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Dexia schreibt weitere Milliarden ab

Dexia schreibt weitere Milliarden ab
(dpa)

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Die über die europäische Staatsschuldenkrise gestürzte Großbank Dexia schreibt wegen ihres Engagements in Griechenland noch einmal 2,3 Milliarden Euro ab.

Allein bei den Staatsanleihen kalkuliere man angesichts der Unsicherheiten um das neue Rettungspaket für Athen einen Verlust von 55 Prozent ein, teilte das belgisch-niederländische Finanzinstitut am Mittwoch mit. Die Notverstaatlichung des belgischen Dexia-Arms belaste das Ergebnis im dritten Quartal zusätzlich mit einem Betrag von 4,1 Milliarden Euro.

Der Finanzkonzern und Kommunalfinanzierer Dexia gilt als erstes Opfer der Euro-Staatsschuldenkrise und ist die erste große europäische Bank, die nach der Finanzkrise 2008 vom Staat übernommen wird. Belgien, Frankreich und das ebenfalls beteiligte Luxemburg hatten sich im Oktober auf die Zerschlagung geeinigt. Die Länder stellen gemeinsam auch 90 Milliarden Euro als Garantien für Risikopapiere, die in eine sogenannte «Bad Bank» ausgelagert werden.

Zerschlagung

In der jüngsten Krise war der Dexia vor dem Hintergrund ihres Griechenlands-Engagements der Vertrauensverlust an den Märkten zum Verhängnis geworden. Er führte zu erheblichen Liquiditätsproblemen der Gruppe mit 35 200 Mitarbeitern. Schon vor drei Jahren hatte Dexia öffentliche Gelder erhalten. Nach Angaben der EU-Kommission gaben Belgien und Frankreich damals eine Kapitalspritze von 6 Milliarden Euro. Zudem erhielt der Finanzkonzern staatliche Garantie von rund 138 Milliarden Euro.

In Frankreich spielt die Dexia eine bedeutende Rolle als langfristiger Finanzier französischer Kommunen. Die Tochter Dexia Municipal Agency (DMA) soll deswegen abgespalten jetzt und von der französischen Staatsbank Caisse des Depots und der Postbank aufgefangen werden.

Größenwahn

In Belgien sorgen unterdessen immer wieder Enthüllungen über die Vorgänge bei Dexia, die auch Thema einer parlamentarischen Untersuchungskommission sind, für öffentliche Erregung. So räumte Dexia-Aufsichtsratschef Jean-Luc Dehaene ein, dass bei der Bank in der Vergangenheit Größenwahn geherrscht habe. Außerdem sorgen sechsstellige Zusatzprämien für Bankchef-Mariani, zusätzlich zu dessen Millionenbezügen im vergangenen Jahr, nachträglich für Unmut.

Einen vollständigen Finanzbericht mit detaillierten Bilanzzahlen legte die Dexia für das dritte Quartal 2011 nicht vor. In den ersten neun Monaten fielen allerdings «signifikante Buchungsposten» in Höhe von minus 10,5 Milliarden Euro an, hieß es am Mittwoch.