Montag26. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

«Das ist ein abscheulicher Voyeurismus»

«Das ist ein abscheulicher Voyeurismus»
(AFP)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

In Frankreich wehren sich Dominique Strauss-Kahn und seine Frau gegen Berichte über ihr Privatleben: Die Medien würden zu viel "fantasieren" und "Lynchjustiz" betreiben.

Jetzt scheint dem ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn und seiner Ehefrau Anne Sinclair der Kragen geplatzt zu sein: Über DSK’s Anwälte in Paris kündigte das Paar an, «juristische Schritte» wegen der Verletzung der Privatsphäre und des Ermittlungsgeheimnisses einleiten zu wollen.

Die Wut der Strauss-Kahns richtet sich in erster Linie gegen diverse französische Zeitungen, die vor einigen Tagen berichteten, dass es nach den jüngsten Enthüllungen in der Callgirl-Affäre nun in der Ehe der Strauss-Kahns krisele. In einer Erklärung an die Nachrichtenagentur AFP prangerten die Anwälte des Ehepaars einen «höchst verabscheuungswürdigen Voyeurismus» an. Sie sprachen von einem «beunruhigenden Abgleiten» im Hinblick auf die grundlegendsten Persönlichkeitsrechte. Unter Berufung auf anonyme Dritte werde über das Privatleben des Ehepaars «fantasiert».

Partys mit der «Kleinen»

In der Callgirl-Affäre geht es um durch Unternehmer finanzierte Sex-Partys. Strauss-Kahn soll laut den Medienberichten an solchen Partys mit Prostituierten in Paris sowie an seinem früheren Amtssitz in Washington teilgenommen haben. Organisiert haben soll die Partys der Unternehmer Fabrice Paszkowski. In den letzten Tagen sind in der Presse zudem peinliche Kurznachrichten des ehemaligen IWF-Chefs aufgetaucht.

Nach einer Veröffentlichung der Tageszeitung «Libération» soll Strauss-Kahn in unzähligen SMS auf das von der Polizei konfiszierte Handy Paszkowskis Abende mit Prostituierten eingefordert haben. So soll es in einer Nachricht heissen, er werde mit einer «Kleinen» eine Tour durch die Bars von Wien unternehmen, in einer anderen berichtet er von einer Champagner-Flasche, die «sie» um 2 Uhr morgens bestellt hätten und die ein Vermögen gekostet habe. Später wollte Strauss-Kahn vom Geschäftsmann wissen, ob er die «Suite mit Schwimmbad» reserviert habe.

Strauss-Kahn sprach nach der Veröffentlichung der SMS von einer «medialen Lynchjustiz» und forderte erneut seine rasche Vernehmung. Seine Ehefrau Anne Sinclair, eine bekannte Journalistin, hatte ihren Mann in den vergangenen Monaten auch während der Vergewaltigungsvorwürfe gegen den 62-Jährigen stets unterstützt.