Sechs Jahre Haft, eins davon auf Bewährung, lautete am Donnerstagmorgen das Urteil für Ex-Nationalspieler Théo M. Darüber hinaus muss er 10.000 Euro Geldstrafe zahlen. Zwei weitere Mitbeschuldigten wurden freigesprochen. Die Forderungen der Nebenklage belaufen sich insgesamt auf etwa zwei Millionen Euro. Mit dem Urteil blieben die Richter unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger von Théo M. kündigte an, nach sorgfältiger Prüfung der Urteilsschrift, gegebenenfalls in Revision zu gehen.
Théo M. saß seit dem 27. September auf der Anklagebank wegen Betrug, Hehlerei und Fälschung. Dem ehemaligen Nationalspieler wurden hohe Geldsummen portugiesischer Fußballer von ihrem Betreuer Antonio Da S. zugespielt. Um seine Verluste auszugleichen, nutzte er die Lebensversicherungen seiner meist älteren Kunden und investierte die Erträge in die bis dahin gut ausschüttende Clerical Medical, dem 1824 in England gegründeten Lebensversicherer.
Betrug fliegt auf
Dieser war aber bis zum Dachboden mit risikoreichen Aktien gefüllt und so kam es, dass der professionelle Anleger Théo M., die von ihm betreuten Kunden sicherer Anlagen anpumpen musste.
Dies ging so lange gut, bis eine im Jahre 1915 geborene und in einem Brüsseler Seniorenheim wohnende Kundin ihre 240.000 Euro umfassende Lebensversicherung an karitative Vereinigungen verteilen wollte. Bei den danach einsetzenden Ermittlungen kam das ganze Ausmaß des Betrugs ans Tageslicht.
Zu Demaart
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