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Wenn Wasser und Medizin das Geld entwerten

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LUXEMBURG - Wenn die Preise für öffentliche Dienstleistungen steigen, steigt die Inflation. Luxemburg fällt hier negativ auf. Unter den 15 (alten) EU-Länder ist es zweiteletztes.

Amtlich verordnete Preise sind jene, die man für die Dienstleistungen staatlicher oder quasistaatlicher Einrichtungen bezahlen muss. Das können die Wasserpreise sein, die Abfallgebühren oder auch die Preise für den Aufenthalt im Krankenhaus oder im Altersheim.

Werden diese Preise angehoben, treibt das die Inflation an. In nur zwölf Monaten Januar 2010-Januar 2011) stiegen sie um 7,7 Prozent an. Damit liege das Land nur knapp hinter Spanien. Dabei würden dort auch die Gaspreise mitberücksichtigt, so die Berufskammer der Privatangestellten (CSL) in ihrem neuen Econews. Die öffentliche Hand in unseren Nachbarländer verhielten sich etwas zurückhaltender. So legten im selben Zeitraum die behördlich festgelegten Preise in Belgien um 1,4 Prozent, in Deutschland um 1,5 Prozent und in Frankreich um 3,9 Prozent zu.

Spektakulärer Anstieg

Die staatlich festgelegten Preise trieben die Inflation allein im Januar dieses Jahres um 0,46 Prozent an. Allein die Preiserhöhungen im Bereich Gesundheit waren für 0,28 Prozent verantwortlich, so die CSL. Spektakulär sind insbesondre die
Preissteigerungen für einzelne medizinische Dienste zwischen Januar 2010 und Januar 2011. Die paramedizinischen Dienstleistungen wurden für die Versicherten um 36,2 Prozent, zahnärzliche Pflege sogar um 159,4 Prozent teurer. Es handelt sich dabei um die Eigenbeteiligung der Versicherten, die zuvor zum Teil sehr gering waren.

Allein die Erhöhungen der öffentlichen Preisen hätten den Erfall einer Indextranche um zwei Monate vorgerückt – falls das System der automatischen Lohnanpassung denn normal spielen würde. Sozialpartner und Regierung verständigten sich bekanntlich darauf, die nächste Indextranche frühestens im Oktober 2011 auszubezahlen. Die Beschäftigten verlieren gleich zweimal, so die CSL: Einmal wegen der gestiegenen Preise und zweitens wegen der verspäteten Lohnanpassung.

Statec rechnete es vor

Bereits das statistische Amt Statec hatte in seinem letzten Bulletin zur Inflationsentwicklung auf den schädlichen Einfluss hoher staatlicher Preise auf die Inflation hingewiesen.

Sozialminister Mars di Bartolomeo bestreitet den geschilderten Impakt auf die Inflation. Im Warenkorb würden diese Gesundheitsausgaben eine marginale Rolle spielen, sagte er uns.