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IWF zweifelt an Griechenlands Sanierung

IWF zweifelt an Griechenlands Sanierung
(dpa)

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Der Internationale Währungsfonds glaubt einem Medienbericht zufolge nicht mehr, dass Griechenland seine Schulden auf Basis der bisherigen Sanierungspläne dauerhaft tragen kann.

Die Regierung von Ministerpräsident Lukas Papademos hofft auf ein neues Rettungspaket mit einem Volumen von 130 Milliarden Euro. Ein wichtiger Bestandteil des Planes ist, dass private Gläubiger wie Banken, Versicherungen oder Fonds auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Einzelheiten sind noch nicht geklärt. Die Gespräche sollen im Januar abgeschlossen werden.

Mit dem Forderungsverzicht soll die Schuldenquote Griechenlands auf 120 Prozent im Vergleich zur Wirtschaftskraft gesenkt werden. Ohne diesen Schritt würde die Schuldenlast nach einer EU-Prognose in diesem Jahr auf fast 200 Prozent steigen. Weil die Wirtschaft stärker schrumpft als befürchtet, gibt es immer mehr Zweifel, ob die bisherigen Pläne ausreichen. So sprach Ackermann im Dezember von einem «Tropfen auf den heißen Stein» und forderte, dass sich auch öffentliche Gläubiger – also Staaten wie Deutschland – beteiligen müssten.

EU-Hilfe in Kürze

Die EU-Kommission bremste zuletzt am Freitag die Erwartungen auf ein größeres Engagement der öffentlichen Geldgeber. Ein Sprecher sagte, bei den Verhandlungen werde es nicht über eine größere Summe als die vereinbarten 130 Milliarden Euro gehen. Die nächste Tranche aus dem ersten Hilfspaket über insgesamt 110 Milliarden Euro soll Griechenland im März erhalten. Die Hilfen sind an Reformauflagen gebunden, die Papademos gegen den erbitterten Widerstand von Gewerkschaften durchsetzen muss. Vorgesehen sind etwa eine Steuer- und Justizreform sowie Rentenkürzungen.

Experten des Fonds wollten deshalb wichtige Eckpunkte des Rettungspaktes an die schleppende Konjunktur in dem hochverschuldeten Land anpassen, berichtete das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag unter Berufung auf einen internen IWF-Vermerk. Demnach solle Griechenland einen höheren Konsolidierungsbeitrag leisten, die privaten Gläubiger auf einen höheren Teil ihrer Forderungen verzichten oder sich die Euro-Staaten mit einem höheren Beitrag beteiligen.

Griechenland hofft auf Finanzhilfen in Höhe von 130 Milliarden Euro, um eine Pleite abzuwenden. Mitte Januar reisen Vertreter des IWF, der Europäischen Zentralbank und der EU-Kommission nach Athen, um über weitere Einsparungen zu verhandeln. Mittlerweile ist für Griechenland auch ein Verlassen der Eurozone kein Tabu mehr.

Zähe Schuldenschnitt-Verhandlungen

Die griechische Regierung verhandelt auch seit Wochen mit Privatinvestoren über einen Schuldenschnitt von 50 Prozent. Eine Einigung über die Details steht noch aus. Der Verzicht ist ein wichtiger Bestandteil des neuen Rettungspaketes.

Auch Experten haben Zweifel, ob sich Griechenland mit dem Forderungsverzicht erholen kann. So sagte der Wirtschaftswissenschaftler Clemens Fuest der Tageszeitung «To Vima» (Sonntagausgabe), der geplante Schuldenschnitt reiche nicht aus. «Nach meiner Einschätzung ist Griechenland bereits zahlungsunfähig», sagte der Professor, der auch das Bundesfinanzministerium berät.