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Jean-Claude Juncker und der «Easyjet» Europa

Jean-Claude Juncker und der «Easyjet» Europa
(dpa-Archiv)

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Was ist Europa? Dieser Frage geht das 90-minütige Porträt des komplizierten Gebildes nach, in dem Staatsminister Jean-Claude Juncker eine tragende Rolle spielt.

Außerhalb des Wettbewerbs präsentiert die Saarbrücker Produktionsfirma «Carpe Diem» einen hochinteressanten Film über ein scheinbar langweiliges und doch aktuelles Thema.

Reisefreiheit, Bildungsangebote, Austauschstipendien – all das scheint selbstverständlich. Der «Easyjet» Europa ist allgegenwärtig und muss nicht mehr erkämpft werden. Vor allem jüngere Generationen sehen das so, finden Europa sogar «langweilig».

Was ist Europa?

Reicht es aber, Europa als die große Freiheit stehen zu lassen? Für die, die sich tagtäglich dafür einsetzen, reicht es nicht. «Jede Generation wird das neu erfinden müssen», sagt Jean-Claude Juncker, einer der Hauptprotagonisten der Dokumentation.

In vielen Einstellungen begleiten die Filmemacher den überzeugten Europa-Politiker und zeichnen das Bild eines Menschen, der Europa zwar verinnerlicht, aber die Herausforderungen nicht vergessen hat.

Das Projekt der 27

«Wer Europa als einen Entwurf begreift, der alle Nationen abschafft, wird damit an der nächsten Grenze scheitern», wird er in seinem mit Büchern übersäten Büro in der Stadt sagen. Oder vor Bankern und Politikern in Frankfurt: «Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, uns wieder in Teilstücke zurückzudefinieren, sondern gemeinsam stark aufzutreten». Angesichts der Tatsache, dass die Europäer am Ende dieses Jahrhunderts nur noch fünf Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, erhalten solche Statements umso mehr Gewicht.

Der Film zeichnet die Europa-Gedanken von Persönlichkeiten wie dem Politikwissenschaftler Timothy Garton Ash oder dem kürzlich verstorbenen Václav Havel nach, lässt aber auch Fragen offen. Wo sind die pädagogischen Ansätze, jungen Europäern das Projekt der 27 lebhaft zu erklären und Brüssel spannend näherzubringen? Diese Fragen aufgeworfen zu haben, ist eine der Leistungen des Films, der den Weg in Schulen und Kinos verdient hat.