Ein zentnerschwerer Penis, kostbare Kieferzähne und Fett für den Einsatz im Weltraum: Nach der Bergung eines toten Pottwals vor Schleswig-Holstein haben sich Wissenschaftler wertvolle Fundstücke gesichert.
Das rund 15 Meter lange und 30 Tonnen schwere Tier war am 15. November vor der Insel Pellworm gestrandet. (dpa/Carsten Rehder)
Pottwale sind eigentlich in den Gewässern der Azoren heimisch. Im Sommer wandern aber vor allem die Pottwal-Bullen nach Nordnorwegen und kehren im Winter wieder in die Heimat zurück. (dpa/Carsten Rehder)
Kommen sie auf dem Rückweg in das Wattenmeer der Nordsee verirren sie sich, da der Schall des Echolots, mit welchem sich Wale orientieren, in den flachen Gewässern nicht genügend reflektiert wird. (Carsten Rehder)
Der vor Pellworm angespülte Wal kommt nun ins LWL-Museum für Naturkunde nach Münster. (Kriegs, LWL)
Der zoologische Chefpräparator des Museums in Münster, Werner Beckmann, zeigt ein Stück Dünndarm des Pottwals. (Oblonczyk, LWL)
Der Penis des Pottwals hat mit über 1,56 Meter Länge eine beachtliche Größe. (Kriegs, LWL)
Hier wird das riesige Schulterblatt des Wals präsentiert. (Oblonczyk, LWL)
Da Explosionsgefahr bestand, mußte der Wal mit Cuttern, Kränen und dutzenden Hilfskräften zerlegt werden. (dpa/Wolfgang Runge)
Das Naturkundemuseums in Münster (LWL) plant 2012 eine Ausstellung zu Walen. Dort soll auch der 1,56 Meter lange Penis des Riesensäugers zu sehen sein.
«Er ist so schwer, dass man ihn zu zweit kaum tragen kann», sagte der Chefpräparator des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Werner Beckmann, über den Wal-Penis.
«Ich schätze, er wiegt einen Zentner.» Eimerweise konservierten die Experten das Spermazet, auch Walrat genannt. «Das ist das hochwertigste Fett, das es gibt. Früher hat man es für Nähmaschinen und Uhren benutzt. Heute setzt man es in der Raumfahrt ein, um Gelenke zu schmieren.»
In die Nordsee verirrt
Zahlreiche Kostbarkeiten werden dank des gestrandeten Wals in der Schau zu sehen sein. Obwohl das Tier schon mehrere Tage tot war, hätten bei Außentemperaturen um den Nullpunkt im Kadaver noch 20 Grad geherrscht, berichtete Präparator Beckmann. Der Wal habe sich auf der Suche nach Tiefsee-Tintenfischen offenkundig in der Nordsee verirrt und sei verhungert, sagte Ausstellungsmacherin Judith Becker.
Die Forscher tauften das 30 Tonnen schwere Tier auf den Namen «Alfred». Bereits 2007 hatten sie bei den Behörden im Norden Interesse für den Fall angemeldet, dass ein Wal stranden sollte.
Daisy Schengens Laufbahn beim Tageblatt begann 2010 als Online-Redakteurin, später in der Lokalredaktion, bevor sie leitende Redakteurin des Magazin-Hefts wurde. Ihre Schwerpunkte umfassen die Themengebiete Gesundheit und Ernährung. Die gebürtige Bulgarin hat einen Magisterabschluss in Germanistik und Politikwissenschaft an der Universität Trier. Mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihrem Sohn lebt sie an der Mosel. Wenn sie nicht über Genuss und Gesundheit schreibt, widmet sie sich dem Tanz(-sport).
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