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In seichten Gewässern

In seichten Gewässern
(Tageblatt)

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Kaum einer mag sich noch an jene Zeiten erinnern, in denen wir lautstark jubelnd, eng aneinander gelehnt und mit Händen wedelnd in der Escher Kulturfabrik von unserer Stimme Gebrauch machten und das guthießen, was andere verabscheut haben.

Es waren die Zeiten des Aufkommens einer bizarren Gattung: Musikwettbewerbe wie das „Emergenza“.
Nach einigen gespielten Songs war Schluss, Hunderte von Besuchern grölten und reckten ihre Hände in die Höhe.

Zwei Damen, vielleicht waren es auch drei, taten so, als würden sie gewissenhaft mit- und nachzählen, denn schließlich kamen nur jene Bands in die nächste Runde, die auch die meisten Stimmen, sprich Hände einheimsten.

Kulturszene

Dieses Musikfest hat viele Bands hervorgebracht, Musiker, die wir über die Jahre hinweg zu lieben und zu schätzen gelernt haben.

Andere hingegen sorgten in Foren für böses Blut und Gesprächsstoff, der oftmals unter der Gürtellinie lag und manchmal über Monate aufrechterhalten oder immer wieder aufgebauscht wurde.
Bands, die uns in guter Erinnerung blieben, sind Tiger Fernandez, Inborn, Couchgrass, Stories To Tell.

Vielleicht auch John McAsskill. Doch auch viele Metalfreaks ließen sich stets auf dem Festival blicken.

Wandlungsfähig

Das „Emergenza“ hielt uns allen den Spiegel vor, es zeigte uns, was wir sind, wo wir stehen und ob wir überhaupt in der Lage sind, außerhalb der eigenen vier Wände zu überleben. Viele sind gestorben, andere spurlos verschwunden, ohne auch nur die Form eines Abschiedsbriefes zu hinterlassen. Andere aber sind immer noch da und haben die geschilderte Zeit unbeschadet überlebt. Eine dieser Bands trägt den Namen Sonic Season, alteingesessene, durch und durch professionelle Musiker, die sich im Januar des Jahres 2001 dazu entschlossen, gemeinsam zu musizieren.
Bereits ein Jahr später erschien eine erste Kostprobe auf einem Silberling: „Indian Summer“ mit fünf kleinen Songperlen, deren akustische Tonkunst sich auf dem im Jahr 2004 veröffentlichten ersten Studioalbum „Idaho“ regelrecht entfaltete.
Und auf einmal ging’s ganz schnell: Mit drei ihrer Songs waren Sonic Season über mehrere Wochen auf den vorderen Rängen unserer Charts zu finden. Zwei Jahre später durchlebte die Band, zusammengesetzt aus Sonja Hewer (Gesang), Alexandra Schwarz (Gitarre), Christoph Brill (Bass), Laurent Dura (Perkussion) und Stefan Lauer (Keyboards), eine Metamorphose: Ihr sanft besaiteter Folk nahm auf der Platte „Mother Earth“ rockigere Klänge an, so als wollten die Protagonisten nach ihrer dritten Veröffentlichung in die Schublade des seichten Singer-Songwritings gesteckt werden. Und das aus gutem Grund: Es folgten erste vielversprechende Verpflichtungen wie beispielsweise im Vorprogramm von Ten Years After, Fools Garden oder Wir sind Helden.

Heute stehen Sonic Season kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Opus „Changes and Steadiness“, das die Musiker am anstehenden Freitag, 20. April, im Café der Rockhal erstmals vor heimischem Publikum spielen werden.