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Harmonie auf ganzer Linie

Harmonie auf ganzer Linie
(Tageblatt/François Besch)

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Die Verantwortlichen von Philharmonie und OPL zogen am Donnerstag eine positive Bilanz des Jahres 2011 und der Fusion beider Einrichtungen. Das Programm der Spielzeit 2012/13 ist, wie gewohnt, hochkarätig.

Nur positive Noten erklangen am Donnerstag im Kammermusiksaal des „Etablissement public Salle de concerts Grande-Duchesse Joséphine-Charlotte“, wie die Philharmonie offiziell heißt.

Highlights der Spielzeit 2012/13

Angesichts der Qualität und Vielfalt des Programms ist es ein schwieriges Unterfangen, vier oder fünf Veranstaltungen hervorzuheben. Dennoch möchten wir auf einige Konzerte besonders hinweisen.

• Valery Gergiev mit Szymanowski und Brahms

(Zwei Konzerte in „Grands orchestres“ – 9.10.2012 & 14.12.2012), ein Konzert in „Grands solistes“ – 8.10.2012 und ein Konzert in „L’Orchestral“ – 13.12.2012)

Noch vor 25 Jahren (also 50 Jahre nach seinem Tod) wurde die Musik des polnischen Komponisten Karol Szymanowski (1882-1937) nur selten außerhalb Polens in Konzerten aufgeführt. Mittlerweile ist sein herausragender Beitrag zur Ästhetik und Stilistik der Musik der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts weltweit anerkannt. Dem breiten Konzertpublikum ist Szymanowski leider noch wenig bekannt. Die Philharmonie Luxembourg will dies ändern und setzt dazu auch ein in der Musikvermittlung bisher noch äußerst ungewöhnliches Mittel ein: das Web 2.0. Unter dem Titel „Szymanowski 2.0“ wurde die Konzeption und Produktion einer App für mobile Geräte in Auftrag gegeben, die im kommenden September begleitend zu den Szymanowski-Aufführungen des London Symphony Orchestra (Ltg. Valery Gergiev) veröffentlicht werden soll.

• Missa Solemnis, Beethovens Meisterwerk

(Concert en hommage à Son Altesse Royale la Grande-Duchesse Joséphine-Charlotte, 3.10.2012)

Die Missa Solemnis ist eines der großartigsten und schwierigsten Werke Beethovens und begeistert Aufführende und das Publikum gleichermaßen.

• Cecilia Bartoli und die gefährlichen Liebschaften (20.11.2012)

• Diana Krall, die kanadische „Queen of Jazz“ und der „Saxophone Colossus“ (21.10.2012 & 8.11.2012)

Die kanadische Jazzpianistin und Sängerin Diana Krall kommt am 21. Oktober zurück in die Philharmonie und startet hier ihre Europatournee, die sie unter anderem auch nach Deutschland, Spanien, Ungarn und Dänemark bringen wird. Kurz vor dem Konzert im Herbst erscheint auch ihr 13. Album, das der Jazz-Star dem luxemburgischen Publikum präsentieren wird.

Auf den Tag genau zwei Jahre nach seinem ersten Auftritt im Grand Auditorium der Philharmonie kehrt auch die Jazzlegende Sonny Rollins nach Luxemburg zurück.

• Wesseltoft/Schwarz: Das Electronic-Jazz-Duo komponiert Filmmusik (7.6.2013)

Der norwegische Jazzpianist Bugge Wesseltoft und der Deutsche DJ Henrik Schwarz sind sich 2009 zufällig bei einem improvisierten Konzert begegnet: der Beginn einer fruchtbaren musikalischen Zusammenarbeit. Ein knappes Jahr später erschien ihr erstes Aufmerksamkeit erregendes Album „Duo“. Das neue Filmprojekt des deutsch-norwegischen Duos ist bereits der zweite Kompositionsauftrag der Philharmonie für Filmmusik (der erste, an Pascal Schumacher, wird am 24. Mai 2012 uraufgeführt).

Am 7. Juni 2013 präsentieren die beiden Musiker ihre neu geschriebene Musik zum 1929 von Joe May gedrehten Film Asphalt.

Philharmonie – Information & Billetterie

1, Place de l’Europe
L-1499 Luxembourg
Tel.: (+352) 26 32 26 32
Fax: (+352) 26 32 26 33
E-Mail: [email protected]
www.philharmonie.lu
http://blog.philharmonie.lu

Kulturministerin Octavie Modert hob die neuen Perspektiven hervor, die sich der Philharmonie und dem OPL nach der Strukturreform auftun, und betonte, dass die Existenz der so neu geschaffenen kulturellen Institution gesichert sei. Die Reform habe nur Gewinner hervorgebracht und sich zu einem harmonischen Zusammenspiel ohne Dissonanzen entwickelt. In dieselbe Kerbe schlug auch der Präsident des Verwaltungsrates der Henri-Pensis-Stiftung, der noch einmal in Erinnerung rief, dass 59 von 60 Abgeordneten der Fusion der Philharmonie und des Orchesters zugestimmt hatten.

Weitere Kulturinvestitionen

Damien Wigny, bisheriger Präsident des Philharmonie-Verwaltungsrates – der neue gemeinsame Verwaltungsrat wird von Pierre Ahlborn angeführt – wies auf die Wichtigkeit der Erhaltung kultureller Einrichtungen in Krisenzeiten wie derjenigen, die wir derzeit durchleben müssen, hin. Dass jeder Euro, der in die Kultur investiert wird, sich lohnt, unterstrich er am Beispiel der Stadt Zürich: Jeder Schweizer Franken, den die Stadt in diesem Bereich investiere, würde, so Wigny, drei Franken einbringen.

OPL-Orchesterintendant Stefan Rosu und Chefdirigent Emmanuel Krivine konnten der Fusion beider Institutionen ebenfalls nur Positives abgewinnen.
Generaldirektor Matthias Naske stellte anschließend die Programmhighlights und die wichtigsten Änderungen vor, die das Publikum für die Saison 2012/13 erwarten.

„Matinées“ und „Festkonzerte“

Nicht weniger als acht grundlegende Neuerungen stehen an. An erster Stelle sei hier das völlig neu strukturierte Programmangebot des OPL genannt. Herausragende Dirigenten (u.a. Kazushi Ono, Chef der Oper Lyon, Gautier Capuçon und Jean-Guihen Queyras) und Solisten prägen die siebenteilige Reihe „Les grands rendez-vous“. Ein weiterer Zyklus namens „Aventure+“ bietet spannende musikalische Entdeckungen. Die vier Konzerte stehen jedes im Zeichen eines besonderen Themas, während dem Meilensteine der Orchesterliteratur durch das OPL präsentiert werden. Mehr hierzu auf der Webseite www.aventureplus.lu.

Neu sind auch die „Matinées“ am Sonntagvormittag, in Verbindung mit Frühstück oder/und Mittagessen, wo das OPL unter der Leitung der Dirgenten Frans Brüggen, Jan Willem de Vriend und Reinhard Goebel alte Meister zu neuem Leben erweckt, sowie die Reihe der „Festkonzerte“ zu Weihnachten, Neujahr und Ostern, gefolgt von einer konzertanten Opernaufführung im Sommer.
Die Philharmonie selbst baut ihr ohnehin schon vielseitiges Angebot ebenfalls aus. So werden zwei neue Reihen im Bereich der Kinderkonzerte eingeführt, „Philou 2“ (für 5-9-Jährige) und „Bout‘Chou“ (für 3-5-Jährige).

Eine weitere neue Serie, die sich interessant anhört, nennt sich „Yoga & Music“. Mehr dazu, genauso wie zur Reihe „2 x hören“ findet man auf der Webseite der Philharmonie.