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Alles oder nichts

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(Tageblatt)

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Noch 77 Tage bis Olympia. Die Chancen, sich einen Startplatz zu sichern, werden weniger: Die Tür nach London schließt am 31. Mai. An diesem Wochenende wird es für Liz May ernst.

Bei den Frauen sind 35 der 55 Startplätze (davon 39 über das Olympiaranking) für den olympischen Triathlon in festen Händen. Zumindest was die Nationen betrifft. Bei den Namen könnte es noch Verschiebungen geben. Zehn weitere Athletinnen sind nur noch schwer aus dem Olympiaklassement zu verdrängen.

Logo" class="infobox_img" />Beim Wettkampf an diesem Wochenende braucht Liz May eine Platzierung möglichst weit vorne. (Bild: Tageblatt)

Als 68. dieser Rangliste befindet sich Liz May mit 1.701 Punkten außerhalb der 55 Startplätze, mit dem 57. „Spot“. In Reichweite befinden sich Zsofia Kovacs (HUN, 2.082 P.), Pamela Oliveira (BRA, 2.051 P.), Katrien Verstuyff (BEL, 2.020 P.), Matja Simic (SLO, 1.939 P.), Margit Vanek (HUN, 1.902 P.) und Lisa Mensik (NED, 1.731 P.), die die letzten Startplätze einnehmen, so wie außerhalb Ilse Perterer (AUT, 1.711 P.). Nach ihrem letzten WM-Lauf Mitte April in Sydney hatte May sich mit dem 34. Platz wieder in die Quotenplätze gearbeitet, nach der EM Ende April in Eilat fiel sie wieder raus.

Liz May gefordert

Eine Menge Holz für die fünffache Sportlerin des Jahres, die jetzt vor dem Alles oder Nichts steht.

Eigentlich muss May aber nur an der Niederländerin und der Österreicherin vorbei, zwei Athletinnen, die sie in Normalform problemlos packen kann. Ihr Vorteil ist, dass sie zweimal voll punkten kann, die acht besten Resultate pro Saison werden gewertet, May hatte nur sechs Starts. Das gleiche gilt für Mensik, während bei Perterer in Madrid die Streichresultate beginnen. Oliveira, Verstuyff, Simic und Vanek haben ihr Maximum jetzt schon erreicht.

Wettkampf-Taktik

Die Taktik von Liz May für die beiden letzten Rennen liegt dementsprechend auf der Hand: „Ich werde mich an jenen Gegnerinnen orientieren, die sich im Olympiaranking unten in meinem Bereich aufhalten. Viel mehr bin ich aber darauf fokussiert, so weit wie möglich vorne zu finishen. «Von den Konkurrentinnen wird sie sich die 28-Jährige auf Lisa Mensik konzentrieren.

Sollte May wie in Sydney erneut Platz 34 belegen (61 Punkte), dann darf die Österreicherin nicht in den Top-40 abschließen. Bei einem 20. Platz müsste diese mindestens Rang 22 belegen und bei einer Top-10 Platzierung bräuchte Liz May lediglich vor ihrer Gegnerin das Ziel zu erreichen. Sie selbst sieht ihre Aufgabe etwas pessimistischer: „ Ich muss eine Platzierung zwischen 20 und 25 erreichen, ansonsten fängt es hinsichtlich der Qualifikation an, kritisch zu werden.“

Zurück zum Geburtsort

Sieht man die Teilnehmerliste, ist ein 25. Platz durchaus realistisch, eine Top10-Platzierung indes schwierig. Nur 3 der 10 Erstplatzierten aus dem Olympiaklassement sind für diesen 2. WM-Lauf (von 8) gemeldet, 7 weitere Triathletinnen aus den Top-20.

Insgesamt sind für das Rennen in San Diego 71 Triathletinnen eingetragen. Für die Amerikaner ist es der erste WM-Lauf den sie austragen. Dabei hat die Stadt in Südkalifornien ihren historischen Reiz. San Diego ist der Geburtsort des Triathlons, am 25. September 1974 organisierte der San Diego Track Club in der Mission Bay das weltweit erste Triathlonrennen der Geschichte. Mittlerweile zählt der Weltverband ITU 120 Mitgliedsstaaten.

Gut vorbereitet

Der Start der Frauen erfolgt bereits am Freitag, um 14.00 Uhr Ortszeit (23.00 MESZ). Zu schwimmen sind 2 Runden in der Bonita-Bucht (1.500 m), Teil der Mission Bay. Der Radparcours (40 km, 8 Runden) ist flach. Der abschließende 10-km-Lauf (3 Runden) findet ausschließlich auf der Halbinsel im Norden von San Diego statt. Liz May wird mit der Startnummer 17 angreifen.
Favoritinnen sind Emma Moffatt, Emma Snowsill, Emma Jackson (alle AUS), Helen Jenkins (GBR), Gwen Joergensen (USA) und Nicky Samules (NZL).

Wegen der flachen Radstrecke ist der Parcours weniger auf Liz May zugeschnitten, gegenüber ihrem letzten Rennen sollte es dennoch vorangehen: „Die Form ist wesentlich besser als noch in Sydney, besonders im Radfahren und im Laufen habe ich im Training eine deutliche Steigerung bemerkt. Auch gesundheitlich bin ich wohlauf. Nur die Beine sind nach dem langen Flug noch etwas schwer. Aber das ist normal und das wird sich legen.“
Auch wenn die Teilnehmerinnen kaum Interesse am malerischen Sonnenuntergang auf den Klippen oder einem Besuch am La-Jolla-Strand haben, so kommt ihnen das Wetter am Freitag dennoch entgegen. Es werden Spitzenwerte von nur maximal 21°C erwartet, bei leichter Bewölkung. Und das im sonnigen Kalifornien.

Nerven-Krieg

Ob der Bedeutung des Wettkampfs ist das gut so, für Liz May geht es um mehr als nur ein Rennen: „Das ist ein richtiger Cliffhanger. Mal bin ich im Olympiaranking drin, dann wieder raus. Das beschäftigt mich enorm. Zum Glück konnte ich die meiste Zeit die Ungewissheit in eine positive Motivation umwandeln. Aber das ist nicht immer einfach.“ Deshalb sollte man am Freitagabend Liz May fest die Daumen drücken: „Ich brauch’ sie alle.“