Montag12. Januar 2026

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Monti: Italien braucht keine Euro-Hilfe

Monti: Italien braucht keine Euro-Hilfe
(AP)

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Die drittgrößte Euro-Volkswirtschaft Italien braucht nach Ansicht von Ministerpräsident Mario Monti keine Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds. Dafür lockt es Investoren mit Rekordzinsen.

Italien hat den Kapitalmarkt erfolgreich angezapft, muss den Anlegern aber eine so hohe Rendite bieten wie seit Dezember nicht mehr. Das hoch verschuldete Land sammelte am Mittwoch 6,5 Milliarden Euro ein. Die durchschnittliche Rendite für einjährige Papiere stieg auf 3,97 Prozent. Bei der vorigen Emission lag der Zins nur bei 2,34 Prozent. Die aktuelle Auktion war rund 1,7-fach überzeichnet.

Logo" class="infobox_img" />Österreichs Finanzministerin Maria Fekter. (Bild: Reuters)

Italien war zuletzt an den Finanzmärkten verstärkt als nächster Kandidat für Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm gehandelt worden. Der italienische Premier Mario Monti hat in einem Interview Berichte abgewiesen, wonach sein Land, der nächste Kandidat für Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm sei. Zwar habe Italien eine hohe Staatsverschuldung, sagte Monti dem ARD-Hörfunk in Rom. «Wenn wir über Verschuldung sprechen, hat Italien auf der anderen Seite sehr geringe Privatschulden – im Gegensatz zu anderen Ländern. Auch Unternehmen und Familien sind wenig verschuldet.»

«Italien ist diszipliniert»

In jedem Fall sei die Haushaltspolitik inzwischen eine andere. «Der Staatshaushalt wird dieses Jahr mit einer nur geringen Neuverschuldung abgeschlossen, mit 2 Prozent.» Und im kommenden Jahr werde es einen Überschuss geben.

«Ich verstehe, dass man Italien durch seine Vergangenheit als lustiges, undiszipliniertes Land begreifen kann», räumte Monti ein. «Aber momentan ist Italien disziplinierter, als viele andere europäische Länder – und es ist auch nicht besonders lustig. Aber es unternimmt die richtigen Dinge, um ein solides Land zu werden.» Überhaupt werde derzeit nicht gesehen, dass Italien im Prinzip doppelt zahle, sagte er: einerseits die Anteile für die Rettung anderer kriselnder Euro-Staaten – andererseits aber auch höchste Zinsen für Staatsanleihen. «Grund dafür ist die angespannte Lage auf den Finanzmärkten.»

Italien ist kein Wackelkandidat

Mittlerweile hat Italien, das als drittgrößte Euro-Volkswirtschaft als entscheidender Dominostein in der Schuldenkrise gilt, Spanien als größten Unruheherd abgelöst. Spätestens nachdem Österreichs Finanzministerin Maria Fekter ein Hilfsprogramm für Rom am Montagabend nicht ausschließen wollte, zittert Europa um ein Schwergewicht, das nach einhelliger Expertenmeinung zu groß für den Rettungsschirm wäre. Monti kritisierte Fekter für diese Äußerung und bekräftigte: «Italien ist ein Land, das ohne viel Lärm Verständnis für den notwendigen Wandel beweist. Das Land verändert sich.»