Mittwoch14. Januar 2026

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Mutmaßlicher Porno-Mörder ausgeliefert

Mutmaßlicher Porno-Mörder  ausgeliefert
(dpa)

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Vor zwei Wochen erkannte ihn der Besitzer eines Internetcafés in Berlin-Neukölln und alarmierte die Polizei. Nun ist der kanadische Pornodarsteller und mutmaßlicher Killer von Montréal wieder in seiner Heimat.

Zwei Wochen nach seiner Festnahme in einem Berliner Internetcafé ist der kanadische Pornodarsteller und mutmaßliche Mörder Luka Magnotta wieder in seinem Heimatland. Begleitet von sechs kanadischen Polizisten wurde der 29-Jährige, der einen Freund vor laufender Kamera getötet und die Leiche zerteilt haben soll, in einem Airbus der kanadischen Luftwaffe nach Montréal geflogen.

«Wir sind sehr glücklich und erleichtert, dass der mutmaßliche Killer in Montreal ist und sich der Justiz stellen muss», sagte Polizeichef Ian Lafreniere nach der Landung der Maschine am Montagabend (Ortszeit) dem kanadischen Fernsehen CTV. Das helfe auch der Familie des Opfers. Lafreniere verwies darauf, dass noch immer der Kopf der Leiche fehle. «Im Interesse der Familie tun wir alles, um ihn zurückzubekommen.»

Grausame Tat

Bei der Landung auf dem Mirabel-Flughafen bei Montréal wurde die Maschine von einem starken Polizeiaufgebot erwartet. In einem Konvoi aus mehreren zivilen Polizeifahrzeugen und Streifenwagen mit Blaulicht wurde der mutmaßliche Mörder schließlich weggebracht. Bereits am Dienstag müsse Magnotta vor einem Richter erscheinen, sagte Lafreniere.

Der 29-Jährige soll in Montréal seinen Freund, einen vier Jahre älteren chinesischen Studenten, mit einem Eispickel umgebracht und zerstückelt haben. Einige Leichenteile verschickte er mit der Post, den Torso warf er auf den Müll, einige Körperteile soll er auch gegessen haben. Nach Bekanntwerden der Tat war der Pornodarsteller über Paris nach Berlin geflohen, wo er in einem Neuköllner Internetcafé erkannt und festgenommen wurde.

Internationale Zusammenarbeit

Das Kanadische Justizministerium zeigte von der internationalen Zusammenarbeit erfreut, die dafür gesorgt habe, «dass sich dieser Mann schnell vor der Justiz verantworten kann». «Die Kanadier sollen wissen, dass Menschen, die das Recht übertreten, die volle Härte des Gesetzes erfahren werden», hieß es.

Die rasche Auslieferung hat viele Kommentatoren in Kanada überrascht. Die meisten hatten gemutmaßt, dass sich das Verfahren über Monate, wenn nicht Jahre hinzieht. Der Auslieferung des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber 2009 von Kanada an Deutschland war ein fünfjähriges juristisches Tauziehen vorausgegangen. Allerdings hatte Magnotta seiner Auslieferung auch nicht widersprochen.