Die Luftabwehr habe auf ein Ziel gefeuert, das in niedriger Höhe in den Luftraum über syrischen Hoheitsgewässern eingedrungen sei, teilte Syrien mit. Die Türkei reagierte zurückhaltend. Das Land werde über notwendige Maßnahmen entscheiden, wenn alle Details des Zwischenfalls klar seien, erklärte Ministerpräsident Tayyip Erdogan nach einer Krisensitzung mit den Chefs von Militär und Geheimdienst sowie dem Innen-, Außen- und dem Verteidigungsminister in der Nacht auf Samstag.
Die türkische und die syrische Marine suchten gemeinsam nach den beiden Piloten, teilte Erdogan weiter mit. Auf Medienberichte, wonach sich Syrien für den Vorfall entschuldigt hat, ging er nicht ein. Das Flugzeug wurde nach syrischen Angaben nur einen Kilometer vor der Küste getroffen und stürzte rund zehn Kilometer westlich der Ortschaft Um al-Tujur ins Meer. Unklar blieb zunächst, warum das syrische Militär die F-4 abschoss. Die Maschine war auf dem Luftwaffenstützpunkt Malatya gestartet und flog in der Nähe des engen Luftkorridors, der die Türkei mit den türkischen Truppen auf Nordzypern verbindet.
Belastetes Verhältnis
Der Zwischenfall könnte die ohnehin angespannten Beziehungen beider Staaten weiter verschlechtern. Die Türkei gehört zu den schärfsten Kritikern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, seitdem dieser mit militärischer Gewalt gegen die Opposition in seinem Land vorgeht. Viele Syrer haben auf der Flucht vor den Auseinandersetzungen in der benachbarten Türkei Schutz gesucht. Die türkische Regierung plädierte für die Einrichtung von Schutzkorridoren in Syrien, um Flüchtlinge vor Übergriffen zu bewahren. Da dies aber den Einsatz von Soldaten erfordert hätte, nahm die türkische Regierung von solchen Überlegungen Abstand, solange der UN-Sicherheitsrat kein Mandat dafür erteilt.
Seit Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 sind nach UN-Schätzungen mehr als 10.000 Menschen getötet worden. Mindestens 500.000 Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht. Insgesamt soll sich die Zahl der Hilfsbedürftigen seit März auf 1,5 Millionen verdoppelt haben.
Zu Demaart
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