Dienstag20. Januar 2026

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Assange will sich unter Auflagen Schweden stellen

Assange will sich unter Auflagen Schweden stellen
(dpa)

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Um die Auslieferung von Wikileaks-Gründer Assange streiten inzwischen Regierungen und Staatenbündnisse. Nun könnte er womöglich selbst den gordischen Knoten durchschlagen: Angeblich will er sich stellen.

Wikileaks-Gründer Julian Assange könnte dem diplomatischen Tauziehen um sein Schicksal einem Zeitungsbericht zufolge selbst ein Ende setzen. Der 41-Jährige sei bereit, sich den schwedischen Behörden zu stellen, wenn er eine Garantie bekomme, nicht an die USA ausgeliefert zu werden, berichtete die «Sunday Times» unter Berufung auf nicht namentlich genannte Vertraute Assanges. Der Australier sucht seit zwei Monaten in der ecuadorianischen Botschaft in London Schutz, um einem Haftbefehl aus Schweden zu entgehen. Das hatte zu diplomatischen Spannungen zwischen London und Quito geführt. Ecuador hat ihm inzwischen Asyl gewährt.

Nach Angaben von Wikileaks plante Assange am Sonntag eine öffentliche Erklärung vor der Botschaft – mit dem Risiko einer Festnahme. Assange wird mit EU-weitem Haftbefehl wegen Verdachts auf Sexualdelikte gesucht und soll dazu in Schweden verhört werden. Er selbst vermutet dahinter ein Komplott, nachdem Wikileaks unzählige vertrauliche diplomatische Depeschen aus den USA öffentlich ins Internet gestellt hatte.

Diplomatischer Streit

Der Ton zwischen Großbritannien und Ecuador war in der vergangenen Woche rauer geworden. London hatte angedeutet, notfalls für eine Festnahme Assanges in die ecuadorianische Botschaft eindringen zu wollen, um seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen. Der britische Außenminister William Hague sagte später, es gebe keine solche Drohung. Der Präsident Ecuadors, Rafael Correa, bezeichnete das Vorgehen Londons am Samstag als «inakzeptabel, intolerabel, taktlos und rücksichtslos». Sein Land habe «eine souveräne Regierung, die vor niemandem niederkniet».

Der Asylstreit beschäftigt inzwischen den gesamten amerikanischen Kontinent. Am Sonntag wollten im ecuadorianischen Guayaquil die Außenminister des südamerikanischen Staatenbündnisses Unasur über den Fall beraten. Am Freitag trifft sich in Washington die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zu einer Dringlichkeitssitzung.

Die linksgerichtete Bolivarische Allianz für die Völker unseres Amerika (ALBA) sicherte Ecuador am Samstag Rückendeckung zu. Die Außenminister des Staatenbündnisses, in dem Venezuela und Kuba federführend sind, unterstützten in Guayaquil das Recht Ecuadors, Assange diplomatisches Asyl zu gewähren. Zudem forderten sie eine Debatte in den Vereinten Nationen über die Unantastbarkeit der diplomatischen Vertretungen.