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Berlin gegen Aufschub für Griechenland

Berlin gegen Aufschub für Griechenland
(dpa-Archiv)

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Persönlich garantiert Griechen-Premier Samaras, dass sein Land alle Notkredite zurückzahlen wird. Er wünscht sich aber mehr Zeit für das Sparprogramm. Berlin lehnt dies bisher ab. Merkel und Hollande ringen auch hier um eine gemeinsame Linie.

Die deutsche Bundesregierung sperrt sich weiter gegen einen Reformaufschub und ein drittes Hilfsprogramm für das von der Pleite bedrohte Griechenland. Vor dem Deutschlandbesuch des griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras lehnte der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine zeitliche Streckung der Sparauflagen für die Regierung in Athen ab.

«Mehr Zeit ist keine Lösung der Probleme» und bedeute im Zweifel mehr Geld, sagte Schäuble am Donnerstag. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte zuvor betont, in der Eurozone müsse jeder seine Verpflichtungen einhalten. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker sprach von einer letzten Chance, signalisierte aber durchaus Gesprächsbereitschaft.

Mehr Zeit für Athen

Samaras kommt an diesem Freitag zu Gesprächen mit Merkel nach Berlin. Der konservative Athener Regierungschef will die Euro-Partner zu Entgegenkommen bei den Reformbemühungen bewegen. Er pocht auf mehr Zeit, um die Wirtschaft schneller ankurbeln und so die Staatskassen sanieren zu können. Eine Entscheidung an diesem Freitag wird nicht erwartet. Erst wird der «Troika»-Bericht der Geldgeber abgewartet.

Der seit Juni amtierende Premier versprach in der «Süddeutschen Zeitung» (Donnerstag), sein Land werde die Notkredite von mehr als 100 Milliarden Euro zurückzahlen: «Das garantiere ich persönlich.» Samaras kündigte zugleich neue Reformen an.

Abstimmung mit Paris

Angela Merkel will sich an diesem Donnerstagabend in Berlin mit Frankreichs Präsident François Hollande abstimmen. Zwischen Berlin und Paris gibt es Differenzen beim weiteren Vorgehen. Hollande schlägt weniger scharfe Töne an. An diesem Samstag will Samaras in Paris auch den französischen Präsidenten von seinen Plänen überzeugen.

Er hofft, dass Griechenland das EU-Defizitziel von drei Prozent erst 2016 erfüllen muss und damit zwei Jahre später als von der «Troika» aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission vorgegeben. Vor der nächsten Hilfstranche muss Athen Einsparungen von 11,5 Milliarden Euro erbringen. Zuletzt gab es aber Berichte, dass weitere zwei Milliarden Euro eingespart oder erwirtschaftet werden müssten, um die Forderungen zu erfüllen.

Grenze erreicht

Wolfgang Schäuble sagte im Südwestrundfunk (SWR), die Euro-Zone sei bei dem mit Athen ausgehandelten Hilfs- und Reformpaket «an die Grenze dessen gegangen, was irgendwie wirtschaftlich vertretbar» sei. Es gehe nicht um mehr oder weniger Großzügigkeit, sondern darum, einen Weg zu finden, der die Eurozone insgesamt aus dem Vertrauensmangel der Finanzmärkte herausführe. Dazu müsse aber der Bericht der «Troika» im September zur Umsetzung der griechischen Reformen abgewartet werden.