Bei dem Anschlag in der Nähe des Flughafens von Kabul kamen am frühen Dienstagmorgen elf Menschen ums Leben. Der Selbstmordattentäter hatte ein mit Sprengstoff beladenes Auto neben einem Minibus in die Luft gesprengt. In dem Bus starben neun Ausländer – vermutlich Südafrikaner und Russen – und ein Afghane.
Zu der Tat bekannte sich ein Sprecher der Gruppe Hesb-e-Islami, die von dem früheren Premierministers Gilbuddin Hekmatjar angeführt wird. Der Sprecher erklärte in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP, eine 22-jährige Frau mit Namen Fatima habe den Anschlag ausgeführt.
Heftige Proteste nach Schmähvideo
In Indonesien demonstrierten rund 200 Menschen vor dem US-Konsulat in Medan auf Sumatra gegen das umstrittene Video und verlangten rechtliche Schritte gegen die Filmemacher. In Makassar auf Sulawesi verbrannten Studenten US-Fahnen. In Thailand demonstrierten hunderte Menschen vor der US-Botschaft. «Zerstört Amerika» skandierten etwa 400 Teilnehmer. «Wir wollen keine Gewalt, aber wir wollen, dass die Filmemacher bestraft werden», sagte der Organisator der Proteste. Thailand ist überwiegend buddhistisch. Muslime machen etwa vier Prozent der Bevölkerung aus.
Das auf Youtube in Ausschnitten veröffentlichte Video hatte in den vergangenen Tagen in vielen muslimischen Ländern antiwestliche Massenproteste entfacht. Mit Blick auf die rund 20 Millionen Muslime in Russland drohte die russische Regierung mit einer Blockade von YouTube, sollte dort der Betreiber den Film nicht sperren. Der Streifen beleidige religiöse Gefühle, sagte Informationsminister Nikolai Nikiforow.
Al-Kaida: Produzent töten
Die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) rief dazu auf, die Produzenten des umstrittenen Videofilms über den Propheten Mohammed zu töten. In einer Erklärung, die auf Islamisten-Websites veröffentlicht wurde, hieß es, wer einen Propheten beleidige, müsse hingerichtet werden.
Eine aus der Ex-Sowjetrepublik Georgien stammende Schauspielerin des Videos warf den US-Produzenten des Films schwere Täuschung vorgeworfen. Niemals sei bei den Dreharbeiten von einem religiösen Hintergrund die Rede gewesen, wurde die Darstellerin Anna Gurji in Tiflis vom staatlichen TV-Sender Rustawi-2 zitiert. Den Mitwirkenden sei gesagt worden, der Streifen mit dem Arbeitstitel «Desert Warrior» (Wüstenkrieger) handele von einem Meteoritensturz auf die Erde.
Zuletzt sperrte die pakistanische Regierung den Zugang zur Internetplattform YouTube. Wie am Dienstag in Islamabad verlautete, traf Premierminister Raja Pervez Ashraf die Entscheidung am Vorabend, nachdem sich YouTube geweigert hatte, Ausschnitte des Films zu entfernen. Auch andere islamische Länder haben bereits den Zugang zu dem umstrittenen Video gesperrt.
Zu Demaart
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