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Wohl kein weiterer Hellas-Schuldenschnitt

Wohl kein weiterer Hellas-Schuldenschnitt
(dpa-Archiv)

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LUXEMBURG - Der Chef des Euro-Rettungsfonds, Klaus Regling, hält einen Schuldenschnitt öffentlicher Gläubiger bei Griechenland für wenig wahrscheinlich. Bisher gab es zwei Rettungspakete für Athen.

Ein solcher Schnitt sei etwas ganz außergewöhnliches, «den kann es nur in extremen Ausnahmesituationen geben», sagte Regling dem «Handelsblatt» laut Vorab-Bericht aus der Montagausgabe. Der IWF hatte zuletzt einen Schuldenschnitt öffentlicher Gläubiger für Griechenland ins Gespräch gebracht.

ESM ersetzt EFSF

LUXEMBURG – Der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM ist ein neuer Euro-Rettungsfonds mit Sitz in Luxemburg. Der ESM kann Euro-Staaten, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, unterstützen. Dazu verfügt der ESM über ähnliche Mittel wie der Internationale Währungsfonds IWF. ESM-Chef ist Klaus Regling. (Quelle: dpa)

Zwar sei Griechenland der mit Abstand schwierigste Fall in der Euro-Zone, erklärte Regling. Trotzdem könne das Land von seiner extrem hohen Staatsverschuldung wieder herunterkommen. «Auch ohne weiteren Schuldenschnitt wird die griechische Schuldenquote im kommenden Jahrzehnt auf jeden Fall um ein Drittel sinken.» Regling begründete diese Erwartung dem Bericht zufolge damit, dass Griechenland für die Kredite des Euro-Rettungsschirms nur noch niedrige Zinsen von eineinhalb bis zwei Prozent zahle.

Die Rettungspakete für Griechenland

Erstes Rettungspaket: Das im Mai 2010 aufgelegte Hilfspaket von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und aus bilateralen Krediten der Euro-Partner umfasste 110 Milliarden Euro bis 2014. Etwa 53 Milliarden entfallen auf die Euro-Länder selbst, der IWF hat gut 20 Milliarden beigesteuert.

Zweites Rettungspaket: Im Oktober 2011 einigten sich die Euro-Länder und Banken auf eine Entschuldung für Athen. Private Gläubiger mussten mehr als die Hälfte ihrer Kredite abschreiben. Dadurch wurden die Schulden Griechenlands um 100 Milliarden Euro gedrückt. Nachdem der Schuldenschnitt im März 2012 gelang, gaben die Euro-Finanzminister einen Teil des neuen, zweiten 130-Milliarden-Euro-Rettungspaketes frei.

Ziel ist es, die Staatsverschuldung bis 2020 auf rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung zu senken. Das gilt aber angesichts der stark schrumpfenden Wirtschaft inzwischen als unwahrscheinlich. Griechenland verpflichtete sich in einer Absichtserklärung («Memorandum of Understanding») zu erheblichen Einschnitten und Reformen.