Montag2. Februar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Geldgeber erzielen Fortschritte

Geldgeber erzielen Fortschritte
(AFP/Archiv)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Im Streit über weitere Milliardenkredite für das hoch verschuldete Griechenland haben die Gläubiger des Landes Athener Regierungskreisen zufolge Fortschritte erzielt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) habe eingewilligt, den griechischen Schuldenstand bei 124 Prozent der Wirtschaftsleistung als tragfähig zu erachten, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Um dieses Ziel erreichen, gebe es bis zum Jahr 2020 noch eine Finanzlücke von zehn Milliarden Euro.

Ein hochrangiger Regierungsvertreter sagte am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters, der IWF habe eingewilligt, den griechischen Schuldenstand im Jahr 2020 nun mit 124 statt der bislang festgelegten 120 Prozent der Wirtschaftsleistung als tragfähig zu erachten. Die Euro-Gruppe habe sich bereits auf Maßnahmen verständigt, wie die Schuldenquote bis 2020 auf 130 Prozent gesenkt werden kann. Um auf die angepeilten 124 Prozent zu kommen, müssten die zehn Milliarden Euro aufgebracht werden, hieß es. Als Reaktion stieg der Euro am Vormittag auf den höchsten Stand seit drei Wochen und notierte bei 1,2908 Dollar.

Finanzlöcher stopfen

Eine andere mit den Verhandlungen vertraute Person bestätigte zwar, dass der IWF inzwischen die Schuldenquote von 124 Prozent akzeptiere. Allerdings sei die genannte Lücke von zehn Milliarden Euro zu optimistisch. Bislang wurde mit einer Schuldenstandsquote von 144 Prozent im Jahr 2020 gerechnet. Auf welchem Wege genau die Verbindlichkeiten verringert werden sollen, war zunächst unklar.

Die Frage, wann die griechischen Schulden als tragfähig eingeschätzt werden, ist einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen den Europäern und dem IWF. Experten des Fonds haben einen Schuldenerlass auch durch öffentliche Gläubiger angeregt, was aber mehrere Staaten ablehnen. Zudem würde der sogenannte Schuldenschnitt auch den Steuerzahler belasten.

Finanzminister-Treffen am Montag

Die Sicherung der langfristigen Schuldentragfähigkeit ist eine Voraussetzung dafür, dass Griechenland dringend benötigte Kredite aus dem zweiten Hilfspaket mit einem Gesamtumfang von 130 Milliarden Euro erhalten kann. Die nächste Tranche umfasst voraussichtlich 44 Milliarden Euro und soll im Dezember überwiesen werden.

Bei ihrem Treffen am Dienstag hatten sich die Finanzminister der Euro-Gruppe zunächst nicht auf weitere Hilfen für Griechenland einigen können. Eine weitere Konferenz ist für Montag angesetzt. Vorgesehen ist ein Bündel mit verschiedenen Maßnahmen. Im Gespräch ist etwa, dass Griechenland den Preisverfall seiner Anleihen nutzt und Schuldtitel zurückkauft. Vorgeschlagen wurde auch, Gewinne der Europäischen Zentralbank (EZB) an Griechenland weiterzureichen.