Es sollte nicht der einzige Rückschlag im Jahr 2012 bleiben. Kurz darauf verstarb ihr langjähriger Trainer Jack Rolson und kürzlich erkrankte Nachfolger Thomas Johansson schwer. In einem authentischen Interview mit dem Tageblatt blickt die Triathletin auf diese schwere Zeit zurück, schmiedet gleichzeitig aber wieder Zukunftspläne.
Tageblatt: Seit zehn Jahren betreibst du Triathlon auf hohem Niveau, kannst du für uns zurückblicken?
Liz May: «Zu Beginn der Karriere ging es zwangsläufig immer steil nach oben. Sowohl ich als auch der Triathlonsport waren noch jung, damals reichte im Laufen eine 37er-Zeit für die Top 10 aus. Heute musst du 35‘00 laufen. Ein erstes ganz großes Highlight waren die Olympischen Spiele 2004 in Athen. Ganz im Gegensatz zu Peking 2008. Zwischen diesen beiden Olympiaden kehrte zusehends eine Desillusion ein, vor allem die Trainingsmethoden betreffend. Ich hatte angefangen, mich zu informieren, teils durch Lesen, teils in Diskussionen mit anderen Athleten. Mir wurde immer mehr bewusster, dass wir uns auf dem falschen Weg befanden. Beim modernen Training hat der Athlet mehr zu bestimmen, es herrscht ein Dialog. Der Trainer ist da, um den Athleten aufzubauen, ihn zu stärken. Nicht nur physisch, sondern auch persönlich. Es ist aber nicht einfach, nach so vielen Jahren Zusammenarbeit den Trainer zu wechseln, schon gar nicht, wenn es sich um den Nationaltrainer handelt. Die Kooperation hat sich somit unnötig in die Länge gezogen. Bis ich unzufrieden genug war, den Schnitt zu machen. Die endgültige Entscheidung fiel dann im Januar 2008 und nicht, wie viele denken, nach den Spielen in Peking. Das hatte den Schritt aber erleichtert.»
Lief es nach der Trennung von Steffen Große besser?
«2009, nach der Trennung also, konnte man sehen, zu was ich fähig bin. Ich sehe das Jahr als das Jahr an, in dem mein Potenzial richtig zum Tragen kam. Ein zweiter Platz bei einer EM war schon nicht schlecht. Die Trainersituation hatte sich gebessert, war aber immer noch nicht ideal. Es kann nicht zufriedenstellend sein, wenn der Trainer 16.000 km entfernt lebt. Aber Jack Ralson hat mich eben in der Art und Weise unterstützt, die mir gefehlt hat.»
Das ganze Interview mit Liz May lesen Sie in der Tageblatt-Mittwochausgabe (19. Dezember 2012) sowie als ePaper.
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