Den Auftakt machte am Dienstag eine akademische Sitzung im Robert-Krieps-Saal der Neumünster-Abtei. Am Mittwoch findet im Josée-Ensch-Saal ein runder Tisch statt.
CSV-Parteichef Michel Wolter ging in seiner Rede besonders auf die spezielle Beziehung zwischen Pierre Werner und seiner Partei ein. Werner war nicht der typische Parteimensch gewesen und hätte doch anfangs keine Hausmacht gehabt. Er musste sich also durch seine Kompetenz und seine Wahlresultate erst durchsetzen, ehe er sich als einer der führenden Politiker etablieren konnte.
«Visionärer Vater des Euro»
Premierminister Jean-Claude Juncker erinnerte in seiner Rede natürlich an den „visionären Vater des Euro“ (Werner-Plan), der das Zahlungsmittel nie als Selbstzweck ansah, sondern als Mittel, um den Europäern die notwendige Einigung des Kontinentes näherzubringen. Juncker ging auch auf die persönlichen Begegnungen auf dem politischen Parkett mit seinem „ersten Chef“ ein. Staatssekretär unter Pierre Werner zu sein, sei eine harte Schule gewesen, da Werner stets hohe Ansprüche an seine Minister gestellt habe. Er habe so manche schlaflose Nacht beim Studieren der Akten vor den freitäglichen Ministerräten verbracht, um ja nicht in die Verlegenheit zu geraten, nicht genug vorbereitet zu sein.
Juncker erinnerte aber auch daran, wie ein vorlauter CSJ-Vizepräsident während des Parteikongresses im Jahre 1977 gefordert habe, dass die Partei auch den Spitzenkandidaten austauschen müsse, um wieder aus der Oppositionsrolle zu kommen. Pierre Werner sei ihm jedoch nicht nachtragend gewesen und habe ihn schließlich dennoch in die Regierung aufgenommen.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können