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Gute Nachrichten für den Finanzminister

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LUXEMBURG - Finanzminister Pierre Gramegna zeigte sich zufrieden auf dem 13. PwC-Bankentag. Die Banken legten im Jahr 2013 zu. Renner waren die Investmentfonds.

Die neue Regierung Luxemburgs lässt keine Chance aus, die Finanzwelt zu beruhigen. „Wir arbeiten in der Kontinuität“, betonte Finanzminister Pierre Gramegna am 13. Banking Day vor der Luxemburger Finanzwelt gleich mehrfach. Sein Vorgänger Luc Frieden saß in der ersten Reihe in der Handelskammer, wurde von Gramegna mehrfach freundlich angesprochen.

Schon vor der Veranstaltung standen die beiden im Foyer des Veranstaltungssaales bei einem angeregten Gespräch beisammen. Die Zeichen waren unübersehbar: Luxemburg setzt auf Kontinuität und Stabilität. Investoren müssen keine Veränderungen befürchten.

Besseres Jahr 2013

Gramegna hatte es leicht am Dienstag früh. Die Bankbilanzen lassen ein deutlich besseres Jahr 2013 erkennen. Die Investmentfonds legten gar um 10 Prozent zu, kündigte er Tendenzen an. «Ein gutes Jahr für den Finanzminister“, sagte Gramegna, der von höheren Steuereinnahmen durch den Finanzsektor ausgeht.

Und der Finanzindustrie sicherte er zu: „Ich biete ihnen Kooperation und Partnerschaft an. Ich werde Ihnen zuhören und habe ein offenes Ohr für Sie.“

Der Finanzminister wird mit dieser Botschaft in diesem Jahr rund um die Welt reisen. Russland, Italien, Mexiko, die USA, der Mittlere Osten stehen unter anderem auf dem Reiseplan. „Ich bin in jedem Monat unterwegs“, sagt Gramegna.

Veränderungen

Der Finanzminister weist auf Veränderungen am Finanzplatz hin. „In der Eurozone sind wir heutzutage bereits der wichtigste Platz für die chinesische Währung. Drei chinesische Banken haben sich hierzulande bereits niedergelassen. Das ist eine gute Nachricht für die Wirtschaft.“

Luxemburg, deutet der Minister an, wird zum Zentrum für den Renminbi in der Eurozone. Und Gramegna will auch nicht ausschließen, dass weitere chinesische Banken nach Luxemburg kommen, obwohl sich eine gerade gegen Luxemburg entschieden hat.

Automatischer Austausch

Eine wesentliche Veränderung für Luxemburg hat der G20-Gipfel gerade mit sich gebracht. „Wir werden im Bereich der Steuerpolitik wie geplant das automatische Austauschverfahren zwischen den Steuerbehörden am 1. Januar 2015 in Kraft setzen. Allerdings hat sich die ‚Spielfläche‘ erheblich verändert. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat gemeinsame Berichtsstandards angefertigt. Diese Standards sind auf dem Gipfel der G20-Staaten beschlossen worden. Wir haben es in der Zukunft mit weltweiten Standards zu tun. Luxemburg kann damit zufrieden sein“, sagte Gramegna.

Der Minister hatte die Veranstaltung bereits verlassen, als er von drei Bankiers deutliche Zustimmung erfuhr. Véronique de la Bachelerie, seit Mai 2013 Vorstandsvorsitzende der Société Générale Bank & Trust in Luxemburg, hebt zu einer Eloge auf Luxemburg an.

„Der automatische Austausch von Daten ist nicht das Ende für den Finanzplatz und das Private Banking. Der Finanzplatz steht auf solidem Expertentum. Wichtig ist die Privacy für den Kunden, der nicht unbedingt seine Transaktionen in der Öffentlichkeit sehen will. Luxemburg hat erhebliche Vorteile. Es ist ein kleines Land, liegt mitten in Europa. Luxemburg verfügt über Autoritäten, die erreichbar sind. Das erlebt man nicht überall so. Erreichbar ist auch der Regulator. Das Land verfügt über multikulturelle Mitarbeiter, was ganz wichtig und gut ist. Überdies ist das Land stabil und: Luxemburg verfügt über ein Triple A Rating, was für Investoren ganz wichtig ist.“

„Luxemburg verfügt nicht über die richtige Anerkennung“

Thomas Fehr, Vorstandsmitglied der Commerzbank Luxemburg dazu: „Luxemburg hat alles. Wir haben das gesamte Regelwerk in unserer Hand. Wir müssen es bekannt machen. Wir können im Bereich des Private Banking nur dann arbeiten, wenn unsere Muttergesellschaften hinter uns stehen und uns den Rücken freihalten. Aber dafür müssen wir dauerhaft für Luxemburg kämpfen. Es gibt über Luxemburg im Ausland seltsame Vorstellungen, die nicht mit der Realität im Land übereinstimmen.“

Auch Luc Verbeken, Chef der ING in Luxemburg, stößt in dasselbe Horn. „Luxemburg verfügt nicht über die richtige Anerkennung“, sagt er.

„Die Veränderungen, die mit dem kommenden Jahr auf uns zukommen, bedeuten, dass wir in Mitarbeiter investieren müssen. Wir müssen sie mehr in Beratung schulen und uns mit der Einführung des automatischen Datenaustausches mehr den Bedürfnissen anpassen. Wir müssen Service-Modelle entwickeln.“

Thomas Fehr stimmt dieser Auffassung in der Diskussion der drei Bankiers grundsätzlich zu.

Service-Zentrum

Aber „wir sind in unserer Gruppe heutzutage bereits ein Service-Zentrum. Wenn ein Kunde für Italien Bescheinigungen braucht, kommen sie aus Luxemburg; genauso wie für alle anderen Länder, in denen wir Kunden haben. Das ist der Kompetenz-Vorteil Luxemburgs.“

Als wenn Finanzminister Gramegna diese Aussagen geahnt hätte, hatte er vor Verlassen des Saales noch eine Geschichte erzählt.

Bei seinem Besuch in der Schweiz hat sein Schweizer Pendant großes Interesse an der luxemburgischen Agentur Luxembourg for Finance bekundet, wohingegen er selbst sich sehr für die „Agentur Schweiz“ interessiert hätte.

In beiden Ländern ist man sich bewusst, dass man viel für das Ansehen im jeweiligen Ausland tun muss. Gramegna arbeitet auch hier in der Kontinuität der Aktionen seines Vorgängers, der ebenfalls in Sachen Luxemburg zum Weltreisenden geworden war.