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Luxemburgs enge Beziehung zu Deutschland

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Deutschland und Luxemburg verbinden zahlreiche wirtschaftliche und gesellschaftliche Bande. Eine neue Studie des Big-Four-Unternehmens Deloitte beleuchtet sie.

«Luxemburg hat drei Nachbarn. Mit einem davon hat seine Sprache gemeinsame Wurzeln. Das führt zu einer engen Beziehung», meint Christine Gläser. Die deutsche Botschafterin sieht in Luxemburg einen privilegierten Partner der Bundesrepublik.

Den Eindruck der Botschafterin bestätigt auch eine Studie von Deloitte. Das Big-Four-Unternehmen hat sich auf Spurensuche gemacht und recherchiert, wie genau die wirtschaftlichen Verknüpfungen beider Länder aussehen. Zahlen wurden gewälzt, Akteure befragt. Das Ergebnis haben sie in einer Broschüre zusammengefasst. Sie wurde gestern vorgestellt.

Handelsbeziehungen

Die Zahlen machen deutlich, welches Gewicht die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Luxemburg haben. Im zweiten Quartal 2013 hat die Bundesrepublik so viele luxemburgische Produkte aus Luxemburg importiert wie kein anderes Land. Waren im Wert von 750 Millionen passierten die Grenze. Das macht 28 Prozent der Exporte des Landes aus.

Aber nicht nur Güter und Dienstleistungen passieren die Grenze. 39.617 Grenzgänger aus Deutschland zählte das Statistikamt Statec Ende März 2013. Damit stellen die Pendler aus Deutschland den größten Teil der insgesamt 156.810 Grenzgänger. Darüber hinaus wohnen aktuellen Schätzungen zufolge 12.400 deutsche Staatsbürger im Großherzogtum.

Nicht selten arbeiten die deutschen Grenzgänger bei einer der 37 deutschen Banken, die sich im Großherzogtum niedergelassen haben. Insgesamt gibt es hierzulande 147 Banken. Die Finanzhäuser aus der Bundesrepublik machen bei weitem den größten Teil aus.

Wichtigster Markt

Bei den Fonds spielt Deutschland nach den USA die wichtigste Rolle. 15 Prozent des Fondsvolumens in Luxemburg liegen in Fonds, die von Deutschen initiiert worden sind. Innerhalb der EU ist Deutschland der wichtigste Markt, um Luxemburger Fonds zu verkaufen.

Die Studie der Beratungsgesellschaft geht aber nicht nur auf den Finanzsektor ein. Sie merkt an, dass es auch sonst deutsche Unternehmen in Luxemburg gibt und unterstreicht, dass diese – wie andere Unternehmen in Luxemburg auch – durch den Luxemburger Staat tatkräftig unterstützt werden.

«Die zahlreichen Beihilfen des Staates für lokale Unternehmen kommen natürlich auch deutschsprachigen Unternehmen zugute», heißt es in der Broschüre. Daneben bemerkt Deloitte, dass es im Großherzogtum einige Unternehmen gibt, die wenigstens zum Teil deutschen Konzernen gehören und bei denen der Luxemburger Staat ebenfalls Aktionär ist. Prominente Beispiele sind der Ingenieurbetrieb Paul Wurth, der erst vor Kurzem von der deutschen SMS-Gruppe übernommen worden ist, und der Energiekonzern Enovos, an dem die deutschen Energiekonzerne E.On und RWE beteiligt sind.

«Verlässlich und progressiv»

Dennoch: Viele Deutsche wissen nichts über Luxemburg, wie die deutsche Botschafterin im Rahmen eines Rundtischgespräches anlässlich der Veröffentlichung erzählte. Sie und die anderen Panelteilnehmer waren sich jedoch einig: Luxemburg ist ein Land, in dem es sich als Deutscher lohnt, zu investieren.

«Luxemburg ist Europa im kleinen Maßstab. Es ist ein Versuchslabor für Ideen. In Luxemburg kann ein deutsches oder jedes andere Unternehmen seine Identität bewahren», sagte der Chef der Luxemburger Handelskammer, Carlo Thelen. Das sei in anderen Ländern nicht der Fall. Die deutsche Botschafterin beschrieb Luxemburg als «verlässlich und progressiv».