Im Bieterwettkampf um den französischen Industriekonzern Alstom haben Siemens und Mitsubishi Heavy Industries (MHI) ihr Angebot nachgebessert. Wie die Konzerne am Freitagmorgen bekanntgaben, beschlossen sie eine Erhöhung des Bar-Anteils der Offerte um 1,2 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro. Die Gesamtbewertung des Energiegeschäfts von Alstom steigt demnach um 400 Millionen Euro auf insgesamt 14,6 Milliarden Euro.
Alstom teilte daraufhin mit, der Verwaltungsrat werde bis Montag über die beiden Angebote entscheiden. Bis dahin werde sich das Unternehmen nicht mehr zu dem laufenden Verfahren äußern, erklärte Alstom. MHI und Siemens teilten mit, sie hätten in einem Schreiben an Alstom «ihre Überzeugung» bestätigt, «Alstom als unabhängigen weltweiten Anbieter im Energie- und Transportgeschäft zu stärken». Das Unternehmen solle «als französischer börsennotierter Großkonzern» und «in fast allen Geschäftsfeldern» erhalten bleiben. Nach intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten in den vergangenen Tagen hätten MHI und Siemens «ihr Angebot überarbeitet, um Komplexität herauszunehmen, die Umsetzung zu erleichtern und Risiken zu reduzieren». Siemens bot zudem ein Joint Venture mit Alstom für Mobilitätsmanagement einschließlich der Signaltechnik an.
Übernahme-Wettstreit
Am Donnerstag hatte der US-Konzern General Electric (GE) ein nachgebessertes Angebot vorgelegt. GE bietet die Gründung von drei Gemeinschaftsunternehmen im Energiesektor an und will seine Bahnsignaltechnik an Alstom abgeben, um dessen Schienengeschäft zu stärken. GE hatte ursprünglich angeboten, für 12,35 Milliarden Euro die gesamte Energiesparte von Alstom zu übernehmen.
Nachdem Siemens und der japanische Konzern MHI am Montag ein eigenes Angebot für den französischen Turbinen- und Zugbauer vorlegten, musste GE sein Angebot aber überarbeiten. Das neue GE-Angebot gilt – wie die bisherige Offerte – bis zum kommenden Montag, das Angebot von Siemens und MHI bis zum kommenden Freitag. Bereits am Freitagnachmittag will Frankreichs Präsident François Hollande nacheinander die Chefs der drei beteiligten Konzerne treffen, wie der Elysée-Palast mitteilte.
Zu Demaart
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