Donnerstag29. Januar 2026

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Plädoyer für Abtreibung von «Missgestalten»

Plädoyer für Abtreibung von «Missgestalten»
(dpa/Archiv)

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Ein wissenschaftlicher Beitrag über die Abtreibung von behinderten Kindern hat in Tschechien große Empörung ausgelöst. Der Eingriff soll sogar ohne Einwilligung der Eltern vorgenommen werden, heißt es.

Der Jurist und Professor Miroslav Mitlöhner hatte geschrieben, dass das Gesetz Ärzten die Abtreibung von sehr schwer behinderten Kindern erlauben sollte – und das notfalls auch ohne Einwilligung der Eltern. Der Behindertenverband des EU-Staats zeigte sich empört.

Der Verbandsvorsitzende Vaclav Krasa verurteilte Mitlöhners Überlegungen als «nazistisches Gedankengut», wie die Zeitung «Pravo» am Samstag berichtete. Besonderen Anstoß nahm er an der Verwendung des Begriffs «Missgestalten» für behinderte Föten. Mitlöhner entgegnete, es handele sich dabei um ein Zitat. Er habe eine Diskussion anstoßen wollen.

Forscher wehrt sich gegen Vorwürfe

Zudem wurde bekannt, dass der Artikel in der Prager Zeitschrift für Medizinrecht und Bioethik nicht neu war, sondern bereits einmal publiziert worden war. Sozialministerin Michaela Marksova kündigte an, Mitlöhner aus dem wissenschaftlichen Beirat ihres Ministeriums ausschließen. Seine Stelle als Leiter des Instituts für Sozialarbeit an der Universität Hradec Kralove (Königgrätz) hat der 78-Jährige bereits niedergelegt. Er weist die Vorwürfe zurück und will weiter an der Hochschule lehren.