Donnerstag15. Januar 2026

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Schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe

Schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe
(Tageblatt-Archiv)

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LEICHTATHLETIK - Vier Luxemburger nehmen ab Dienstag in Zürich an der 22. Europameisterschaft teil: Charline Mathias, David Fiegen, Jacques Frisch und Charel Grethen.

Seit 1934 beteiligten sich insgesamt 49 Luxemburger an einer EM, darunter acht Frauen. 1978 gab es mit sechs Athleten die zahlreichste Delegation, die von Roland Bombardella angeführt wurde. Seit der ersten Europameisterschaft kamen zehn Athleten in den Läufen bis in ein Finale.

Logo" class="infobox_img" />Als Kämpfernaturen bekannt: die beiden CSL-Läufer Charel Grethen … (Foto: Marcel Nickels)

Logo" class="infobox_img" />… und Jacques Frisch. (Archivfoto: Gerry Schmit)

Logo" class="infobox_img" />Nach acht Jahren „Pause“ kämpfte sich David Fiegen (l.) wieder zurück zu einer EM-Teilnahme, u.a. mit Hilfe des treuesten aller seiner Trainingspartner, David Karonei (r.). (Foto: Marcel Nickels)

David Fiegen war bis heute der einzige Luxemburger, der es mit einem zweiten Platz aufs Podium schaffte: 2006 in Göteborg über 800 m.

„Wiederholungstäter“, die zwischen 1934 und 1990 bei mehreren Europameisterschaften präsent waren, sind Charel Sowa mit vier Teilnahmen, Justin Gloden (3), Jean Aniset, Josy Barthel und François Mersch mit deren zwei.

In der rezenten Vergangenheit – seit 2012 – sind zum zweiten Mal dabei Jacques Frisch und Charel Grethen, sowie nach acht Jahren „Pause“ David Fiegen. Charline Mathias ist also diesmal die einzige Athletin, die ihre Feuertaufe bestehen muss. Alle vier schafften über die Erfüllung einer Norm die Qualifikation. 2012 starteten die vier FLA-Athleten alle mit einer „Wildcard“.

Welche Erwartungen?

Das Quartett steht vor einer sehr schweren, aber nicht unbedingt unlösbaren Aufgabe. Der Erste, der heute in die „Arena“ steigt, ist Jacques Frisch über 400 m Hürden, dies ab 11.32 Uhr im letzten der fünf Vorläufe.

Eine ziemlich durchwachsene Saison gab es für den „Hurdler“: Krankheit, leichte Verletzungen bremsten ihn in seiner Vorbereitung. Doch ist Jacques Frisch als Kämpfer bekannt und er tat alles Mögliche, um doch noch bestens vorbereitet zu sein. Wird es genügen, um eine Runde weiter in einen der drei Halbfinal-Läufe zu kommen? Denn die Konkurrenz ist sehr stark mit in seinem Vorlauf dem Schweizer Kariem Hussein (49.08) sowie dem Belgier Michael Bultheel (49.10). Weiter in seinem Lauf sind noch der Brite Tom Burton (49.66) und der Spanier Sergio Fernandez (49.90). Jacques Frisch wird auf der vierten Bahn starten, wo er sich besser fühlt als auf der ersten. Die vier Ersten jedes Vorlaufs sowie die vier Zeitschnellsten kommen eine Runde weiter.

Ebenfalls heute Dienstag, am Abend ab 19.05 Uhr, finden die Vorläufe über 800 m der Männer statt. Als Erster steht Charel Grethen im zweiten Vorlauf ab 19.13 Uhr im Startblock. David Fiegen ist dem dritten Vorlauf zugeteilt worden. Auch diese beiden Athleten stehen vor einer schwierigen Aufgabe.

Charel Grethen hat seit seiner letzten Teilnahme 2012 viel an Erfahrung gesammelt. Er verbesserte seine Bestzeit um fast zwei Sekunden und stellte mehrmals seine Kämpfernatur unter Beweis. Die hat er auch nötig, denn nur ein Läufer seines Vorlaufs weist eine schwächere persönliche Bestzeit auf als er. Der Brite Andrew Osagie führt die Liste an mit 1.43.77 Min., der Ungar Kazi Tama (1.45.37) und der Franzose Paul Renaudie (1.45.85) folgen. Wird gepokert, das heißt nicht voll auf Tempo gelaufen, kann Charel Grethen vielleicht im Endspurt mithalten.

Was David Fiegen anbelangt, gibt es ebenfalls ein großes Fragezeichen. Als Vize-Europameister bringt er viel Wettkampf-Erfahrung mit ein. Aber wie ist seine jetzige Form einzuschätzen? Als Vorbereitung hat er nur zwei 800-m-Läufe bestritten, wobei er die geforderte Norm beim letzten dieser Läufe schaffte. Sein Trainer Romain Fiegen hält eine 1.46er Zeit für möglich. Mit dieser Zeit könnte er in seinem Vorlauf mitmischen. Der Pole Adam Ksczot ist im dritten Vorlauf mit der besten Zeit von 1.43.30 Min. gemeldet. Der Italiener Giordano Benedetti folgt mit 1.44.67 Min. vor dem Schweden Andreas Almgren (1.45.65).

Die einzige Frau der Luxemburger Delegation ist Charline Mathias, die ebenfalls über 800 m am Mittwoch ab 12.20 Uhr startet. Hier sind noch keine Startlisten veröffentlicht.

Aus den „Entry Lists“ ist zu entnehmen, dass Mathias an 23. Stelle von 33 Teilnehmerinnen liegt. Sie will auf volles Risiko gehen (siehe Artikel S. 23). Es hängt also von den weiteren Teilnehmerinnen ihres Vorlaufs ab, ob sich dies auszahlt oder nicht. Die Schnellsten der „Entry List“ sind die Russin Yekaterina Poistogova mit einer Bestzeit von 1.57.53 Min. sowie die Britin Jenny Meadows mit einer Meldezeit von 1.57.93. Morgen werden wir den Vorlauf und die Chancen von Charline Mathias beleuchten.

Die Vorläufe am Dienstag

400 m Hürden, 5. Vorlauf (11.32 Uhr): Bahn 1: Jason Harvey (Irl) Saison-Bestzeit 50.64, 2: Oyvind Kjerpfest (Nor) 50.59, 3: Sergio Fernandez (E) 49.90, 4: Jacques Frisch (L) 51.37, 5: Michael Bultheel (B) 49.13, 6: Kariem Hussein (Ch) 49.08, 7: Janis Baltuss (Lat) 50.95, 8: Tom Burton (Gbr) 49.66

800 m, 2. Vorlauf (19.05 Uhr): Bahn 1: Mark English (Irl) Saison-Bestzeit 1.45.03, 2: Charel Grethen (L) 1.47.22, 3. Artur Kuciapski (Pol) 1.46.04, 4: Tomas Kazi (Hun) 1.46.83, 5: Sandy Martins (P) 1.46.74, 6: Paul Renaudie (F) 1.46.05, 7: Andrew Osagie (Gbr) 1.45.37, 8: Nikolaus Franzmair (Aut) 1.46.78; 3. Vorlauf (19.13 Uhr): 1: Amel Tuka (Bih) 1.46.73, 2: Giordano Benedetti (I) 1.45.99, 3: David Fiegen (L) 1.47.74, 4: Adam Kszczot (Pol) 1.44.50, 5: Hugo Santacruz (Ch) 1.46.95, 6: Declan Murray (Irl) 1.46.83, 7: Andreas Almgren (Swe) 1.45.65, 8: Thomas Roth (Nor) 1.46.15

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