Donnerstag15. Januar 2026

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Alle drei Luxemburger ausgeschieden

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(AFP)

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LEICHTATHLETIK - Eine EM hat ihre eigenen Gesetze. Man sollte also nicht ein zu „spatze Mëndchen“ machen, wenn die Luxemburger Athleten die vielleicht zu hohen Ansprüche nicht erfüllen.

Pech für Jacques Frisch, Rempeleien für Charel Grethen und ein vielleicht zu früher Termin einer Wiederkehr für David Fiegen können einige Erklärungen für Dienstag sein.

Wird Jacques Frisch vom Pech verfolgt bei großen Events? Fast könnte man dies meinen. War es die verflixte siebte Hürde bei den Weltmeisterschaften letztes Jahr in Moskau, so war diesmal Montagmittag ein Fischgericht im Team-Hotel der Grund für einen misslungenen Luxemburger Einstand bei der EM in Zürich. Ärztliche Behandlung war nötig, um Jacques Frisch überhaupt die Möglichkeit zu geben, ihn an den Vorläufen der 400 m Hürden am Dienstagmorgen teilnehmen zu lassen. Sein Trainer Marc Dollendorf war aus dem gleichen Grund ebenfalls unpässlich …

Geschwächt von dieser Unbekömmlichkeit, war der ehrgeizige Athlet nur noch ein Schatten seiner selbst. Gleich von Anfang an lief Jacques Frisch auf der vierten Bahn dem Feld hinterher. Die letzten hundert Meter waren nur noch ein Leiden für ihn. Weit abgeschlagen kam der CSL-Athlet in 54.06 Sekunden als Letzter des fünften Vorlaufs ins Ziel. Sieht man sich die Zeiten dieses Vorlaufs an, kann man noch mehr enttäuscht sein, denn ein Weiterkommen ins Halbfinale wäre durchaus möglich gewesen.

Enttäuschung

„Ich bin maßlos enttäuscht. Zu erst das Pech letztes Jahr in Moskau mit der siebten Hürde, dann die Erkältung im falschen Moment in meiner Vorbereitung. Aber obwohl ich mich heute Morgen (Dienstag) noch sehr schwach fühlte und jetzt auch noch fühle, wollte ich nicht ‚forfait‘ erklären. Das macht man nicht bei einer EM. ‚Ech kann esou net ophalen, ech well elo op déi nächst EM op Amsterdam goen, fir mech zeréckzekafen’“, so sein Kommentar am frühen Abend, als er zurück ins Stadion ging, um seine beiden Teamkollegen Charel Grethen und David Fiegen auf der Mittelstrecke anzufeuern.

Frischs Lauf wurde gewonnen vom Lokalmatador Kariem Hussein in 49.70 Sek., Bestzeit der fünf Vorläufe lief der Russe Denis Kudryavtsev in 49.05 Sek., dies gleich im ersten Vorlauf.
Charel Grethen startete derweil im zweiten Vorlauf der 800 m. Eine Zeit lang hatte man den Eindruck, dass er mithalten könnte. Aber er machte den Fehler, auf der dritten Bahn zu versuchen das Tempo zu halten. Dann wurde er nach hinten gereicht und lief als Letzter in 1.50.36 Minuten ins Ziel. „Ech si selbstverständlech net zefridde mat menger course“, meinte selbstkritisch der USA-Student: „Ich bin zu oft außen gelaufen, bin zu viele unnütze Meter gelaufen, dann ließ ich mich einsperren. Bis 600 m lief es noch einigermaßen, dann kam ich aus dem Rhythmus durch eine Rempelei. ‚Et war net mäin Dag!’“

Ab dem Start des dritten Vorlaufs glaubte man dann, dass David Fiegen wieder voll da sei. Er setzte sich gleich an die Spitze und kontrollierte seine Gegner. Doch dann begann der Pole Adam Kszczot Tempo zu laufen und Fiegen konnte dem nichts mehr entgegensetzen und kam ebenfalls als Letzter, in 1.51.00 Min., ins Ziel. „’Ech hunn dat ëmgesat, wat ech mer virgeholl hat. Mee zum Schluss ass mer d’Loft ausgaangen. Ech hunn nach vill Aarbecht viru mer. Et feelt mir nach zevill u Kraaft.‘ Ich muss noch sehr viel arbeiten, um wieder in den Bereich zu kommen, wo ich hin will. Die letzten zwei Jahre habe ich insgesamt nur drei Wettkämpfe gemacht. Darauf kann man nicht aufbauen. Es wird noch ein sehr langer Prozess sein, bis ich das Niveau erreiche, wo ich hin will. ‚Ech sinn awer frou, datt ech iwwerhaapt erëm do sinn. Ech hu probéiert an et ass net duergaangen. Ech ginn awer net op!’”, so der Vize-Europameister über diese Distanz von 2006.

Die beste Zeit der vier Vorläufe lief derweil der Ire Mark English, der auch den Vorlauf von Grethen gewann, in 1.47.38 Minuten.