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Kunstmuseum Bern tritt Gurlitts Erbe an

Kunstmuseum Bern tritt Gurlitts Erbe an
(AP)

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Nach monatelanger Prüfung hat sich das Kunstmuseum Bern entschlossen, das Erbe des umstrittenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt anzunehmen.

Das Kunstmuseum Bern tritt das umstrittene Erbe von Cornelius Gurlitt an. Dies gab Direktor Christoph Schäublin am Montag in Berlin bekannt. Damit geht ein einzigartiger Kunstschatz mit Hunderten von Meisterwerken in den Besitz der kleinen Schweizer Einrichtung. Bilder, die Juden während der Nazi-Zeit gestohlen wurden, sollen hingegen zurückgegeben werden, wie Schäublin betonte.

Die bayerischen Behörden hatten 2012 in Gurlitts Wohnung 1280 Kunstwerke beschlagnahmt, darunter weltberühmte Werke von Künstlern wie Picasso, Chagall, Matisse oder Klee. Das wurde Ende 2013 bekannt. Der damals schon hochbetagte Gurlitt gab an, er habe die Werke von seinem Vater geerbt, der zur Nazi-Zeit Kunsthändler war. Im Mai starb Gurlitt und setzte das Schweizer Museum als Alleinerben ein.

Überprüfung hunderter Werke

Wegen möglicher Ansprüche der Erben einstiger jüdischer Besitzer, deren Kunstwerke möglicherweise nicht rechtmäßig an Gurlitt gingen, hatte das Haus aber lange gezögert. Noch vor seinem Tod hatte Gurlitt eine Vereinbarung mit der Bundesregierung getroffen, nach der die Herkunft von Hunderten Werken überprüft werden soll.

Schäublin sagte, es sollten weitere umfangreiche Recherchen angestellt werden. Das Kunstmuseum hatte dazu ebenfalls eine Vereinbarung mit den deutschen Behörden ausgearbeitet. Die bereits eingesetzte Task Force soll demnach ihre Arbeit fortsetzen. Bis zum Abschluss der Ermittlungen sollen die Kunstwerke in Deutschland bleiben. Neue Informationen zum Stand der Recherche soll es im Lauf des nächsten Jahres geben.

In München steht zudem ein Rechtsstreit mit Angehörigen Gurlitts an, die Ansprüche auf die Sammlung erheben. Auch dieser muss wohl geklärt werden, bevor die Werke nach Bern gehen.