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«Mérite culturel 2014»

«Mérite culturel 2014»

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Mit der Waldesnacht von Johannes Brahms eröffneten die diesjährigen Preisträger, die Sängerinnen und Sänger der "Chorale municipale Uelzecht", die Verleihung des sechsten "Prix du mérite culturel" der Stadt Esch.

«Der Preis repräsentiert eine ganze Stadt. Er ist für euch alle eine Anerkennung für das Geleistete, aber auch eine Ermutigung, für das, was noch bevorsteht», sagte die Escher Bürgermeisterin Vera Spautz in ihrer Ansprache. Die Stadt Esch würdige bereits zum sechsten Mal ihre «gutt Leit». In den Jahren zuvor waren ein Bildhauer, ein Autor, eine Musikerin, ein Theaterdirektor und ein Theaterverein geehrt worden. In diesem Jahr war mit der «Chorale municipale Uelzecht» zum ersten Mal ein Chor an der Reihe, der stark mit der Stadt verwurzelt ist.

Die Preisträger

2005: Jeannot Bewing

2006: Guy Helminger

2008: Jeannette Braun-Giampellegrini

2010: Guy Wagner

2012: «Escher Liewensfrou»

2014: «Chorale municipale Uelzecht»

Die «Chorale municipale Uelzecht» präge die Kulturlandschaft von Esch, sei aber auch über die Grenzen hinaus bekannt, meinte Vera Spautz: «Wenn der Preis ein Dank für das Geleistete ist, können wir uns keinen besseren Laureaten als euch wünschen. Ihr steht auf einem enorm hohen Niveau und seid ein würdiger Vertreter der Stadt Esch.»

Die «Uelzecht» habe auch mal unter freiem Himmel gesungen, so die Bürgermeisterin weiter, die diesbezüglich Ausschnitte aus einem Tageblatt-Artikel vom vergangenen Dienstag vorlas. An die Idee eines Auftritts unter freiem Himmel könne man wieder anknüpfen, es wäre ein Hochgenuss und man würde bestimmt einen geeigneten Platz finden, sagte Vera Spautz.

Historischer Streifzug

Taina Bofferding, Präsidentin der Escher Kulturkommission, ging auf die wichtigsten Ereignisse in der fast 120-jährigen Geschichte der Chorale ein. Erst 1926 stießen Damen zum 1895 gegründeten Chor, damals noch ein reiner Männerchor, der unter der Leitung des bekannten Dirigenten Louis Petit stand.

In ihrem historischen Streifzug erzählte sie von den Anfängen, als die Chorale aus zwei Sektionen bestand, dem Theater und dem Gesang. Der erste Auftritt fand 1895 im Festsaal im Boltgen statt. Anfangs war es ein reiner Männerchor. Heute genieße sie ein Renommee, das weit über die Grenzen reicht. «Mär sinn houfreg, esou eng Chorale ze hunn», so Tania Bofferding. Auch die vielen Einsätze für karitative Zwecke habe die Chorale stark geprägt.

2.500 Euro

Im Beisein der Bürgermeisterin, des Kulturschöffen Jean Tonnar und des Dirigenten Jeff Speres überreichte Taina Bofferding dem Präsidenten der Chorale, Alvin Sold, die Trophäe und den mit 2.500 Euro dotierten Preis. Nur der Chorchef wisse, was gut und richtig sei, auch wenn er manchmal griesgrämig sei, meinte Alvin Sold. Seine Aussage sorgte für Belustigung bei den Anwesenden.

Um den Kontext der Gründungsjahre zu beleuchten, sprach er in seinem historischen Rückblick von den damaligen Einwohnerzahlen, der Migration und der damit verbundenen Wohnungsnot und Misere.

«Das Geld kommt unserer Vereinskasse sehr zugute, Solisten und Dirigenten müssen bezahlt werden, Konzerte veranstalten, kostet heutzutage viel Geld», bedankte sich Alvin Sold, der auch die Sponsoren nicht vergaß. Die Gemeinde stelle der Chorale einen schönen Saal im Stadttheater zur Verfügung, wofür er den Verantwortlichen ein «Merci» aussprach.

Jubiläumskonzert im Escher Stadttheater

Die Erfolgsgeschichte und Topleistungen der Chorale verdanke man den zehn Präsidenten und den zwölf Dirigenten, die Alvin Sold einzeln aufzählte. Sie hätten den Verein hochgebracht. Ein dickes Lob ging an die 70 Sängerinnen, Sänger, Vorstandsmitglieder und nicht zuletzt an den Chorchef Jeff Speres, der seit zwölf Jahren im Amt ist. Die Auftritte in der Philharmonie, wo die «Chorale Uelzecht» Werke von Tippett und Theodorakis vortrug, haben laut Alvin Sold viel zum heutigen Status des Chores beigetragen.

Zum Schluss seiner Ansprache gab der Präsident eine exklusive Nachricht bekannt: Die «Chorale Uelzecht» wird eine Webseite bekommen, die immer aktualisiert wird. Ferner kündigte er im Rahmen des 120-jährigen Bestehens der Chorale einen Auftritt im Dezember 2015 im Escher Stadttheater an. Dieser Auftritt werde ganz im Zeichen des Tangos stehen. Zum Abschluss trug die «Chorale municipale Uelzecht» das Stück «Matona mia cara» von Orlando de Lasso vor.