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«Es gibt keinen solchen Brief»

«Es gibt keinen solchen Brief»
(dpa/Silvia Marks)

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Wie steht es mit den Leistungstests nach der Grundschule? Eltern sprechen von einem Behördenbrief, wonach die Tests abgeschlossen seien. Das Ministerium dementiert. Allerdings gibt es ein Schreiben an die Lehrer.

Und da sind sie wieder, die geleakten Prüfungsfragen für die Orientierungstests nach der Grundschule. Am Donnerstagmorgen melden sich bei uns besorgte Eltern. Sie berichten von einem Brief vom 20. April. Darin heißt es, der Orientierungstests wären jetzt abgeschlossen. Der nächste Schritt seien die Elterngespräche.

Ob das so stimmt, wollen wir vom Unterrichtsministerium wissen. Sprecherin Myriam Bamberg ist überrascht: „Das ergibt aber keinen Sinn.“ Denn in dieser Woche werden die Tests nachgeholt, dessen Fragestellungen irrtümlicherweise an die Öffentlichkeit gegangen waren». Am Dienstag (21. April) schrieben die Sechstklässler Leseverständnis in Französisch. Am Donnerstag steht Mathe und am Freitag Deutsch auf dem Programm, zählt Bamberg auf.

Am frühen Nachmittag sagt Myriam Bamberg nachträglich gegenüber Tageblatt.lu: «Es gibt keinen solchen Brief.» Sie habe bei der zuständigen Abteilung im Unterrichtsministerium nachgefragt. «Es ist ein Mailing an die Grundschullehrer samt Anhängen gegangen.» Diese Infos sollten die Lehrer mit den Eltern besprechen. «In einem der Anhänge waren die Ergebnisse der Tests von März enthalten», berichtet die Sprecherin. In der Orientierung der Schüller fließen die Resultate beider Tests ein, betont Myriam Bamberg. Damit gemeint sind die Ursprungsprüfungen im März und diese, die jetzt geschrieben werden.

„Conseil d’orientation“

Komplizierter Name, komplizierter Weg bis zur Entscheidung, wohin das Kind nach der Grundschule eingestuft wird. Sind die Tests geschrieben und ausgewertet, kommt der sogenannte „Conseil d’orientation“ zusammen. Er setzt sich aus dem Klassenlehrer, zwei Sekundarlehrer (Classique und Technique), dem zuständigen Schulinspektor und gegebenenfalls einem Psychologen zusammen.

In der Berwertung fließen die schulischen Leistungen anhand der «Bilans», die Empfehlungen des Klassenlehrers und der Eltern, sowie das Gutachten des Psychologen. Der Psychologe wird aber auf Wunsch der Eltern noch vor Beginn der Beratungen im «Conseil d’Orientation» hinzugezogen.

Bindende Entscheidung

Die Entscheidung des Beratungsgremiums ist für den Schüler bindend. Falls die Eltern nicht mit der Entscheidung des «Conseil d’Orientation» einverstanden sind, kann das Kind ein Aufnahmeexamen («Épreuve d’accès») für die weiterführende Schule schreiben. Damit wird geprüft, ob der Schüler die notwendigen Kompetenzen in Deutsch, Mathe und Französisch besitzt. 2014 kamen insgesamt 5090 Schüler in die Sekundarschule. In 82,2 Prozent der Fälle waren die Eltern mit der Entscheidung des Beratungsgremiums einverstanden. 292 Schüler stellten sich dennoch der Herausforderung eines nationalen Aufnahmeexamens.

Für diesen Entscheidungsprozess bei der Orientierung gibt es eine Zeitschiene, die es gilt, einzuhalten. Für 2015 läuft sie folgendermaßen ab: Die Eltern geben ihr „Avis“ ab dem 11. Mai schriftlich beim Klassenlehrer ab. Der „Conseil d’orientation“ hat vom 18. Mai bis zum 16. Juni Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Dann bekommen die Eltern diese per Brief mitgeteilt.

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