Erleichterung für Millionen Pendler und Reisende: Der mittlerweile neunte Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn geht noch am (heutigen) Donnerstag zu Ende. Die Gewerkschaft GDL und die Bahn verständigten sich auf ein Schlichtungsverfahren in dem seit Monaten festgefahrenen Tarifkonflikt. Das teilten beide Seiten am Morgen mit.
Die notwendigen Maßnahmen für die Kunden sind laut Bahn bereits um 7.00 Uhr angelaufen, nach Darstellung der GDL ist der Streik aber offiziell erst am Abend um 19.00 Uhr vollständig beendet. Die Bahn arbeitet nach eigenen Angaben «mit Hochdruck» daran, zum normalen Fahrplan zurückzukehren. Bis zum Mittag will sie mitteilen, wann der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden kann.
Schlichtung als Konfliktlösung
Die Schlichtung soll am kommenden Mittwoch (27. Mai) beginnen und ist für drei Wochen angesetzt. Bis Mitte Juni sind die Streiks damit ausgesetzt, denn während des Verfahrens herrscht Friedenspflicht.
Zwei externe Schlichter sollen den seit Mitte 2014 tobenden Tarifstreit nun beenden helfen: der brandenburgische Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) für die Deutsche Bahn und der thüringische Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) für die GDL.
Bis wann genau der Bahnverkehr bundesweit wieder voll angelaufen ist, war am Morgen noch nicht genau abzusehen. In Mannheim sagte ein GDL-Sprecher, die Lokführer ließen sich nicht alle sofort zurück an ihren Arbeitsplatz rufen. Dies werde seine Zeit brauchen. Ein Bahn-Sprecher erklärte: «Die Umstellung auf den regulären Fahrplan kann sich durchaus bis zum späten Nachmittag hinziehen.»
Luxemburg-Pendler hatten Glück
Die GDL hatte den aktuellen Streik am Dienstag im Güterverkehr begonnen, seit Mittwoch wurde auch im Personenverkehr gestreikt. Die Arbeitsniederlegungen waren ohne Endzeitpunkt angekündigt worden, am reisestarken Pfingstwochenende drohten damit massive Behinderungen.
Luxemburg war von dem Streik, der am Mittwoch begonnen hatte, indirekt betroffen gewesen. Da die Strecke Luxemburg Trier von der luxemburgischen CFL verwaltet wird, fuhren die Züge zwischen den beiden Städten im üblichen Stundenverkehr. Die weitere Strecke nach Koblenz wurde allerdings nicht bedient. Die modernen CFL Züge werden dabei als S11 an die deutsche S1 angehängt. Da die S1 aber nicht fuhr, endeten de luxemburgischen Züge in Trier. Die deutsche Bahn will im Laufe des vormittags bekannt geben, wann die Züge wiedcer planmäßig fahren und auch Koblenz von Luxemburg aus wieder planmäßig bedient wird.
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