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Die Spur führt nach Bayern

Die Spur führt nach Bayern
(dpa/Peter Endig)

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Eier aus Bayern verursachten 2014 einen europaweiten Salmonellen-Ausbruch. Auch Luxemburg ist betroffen.

Ein Salmonellen-Ausbruch in Europa mit zwei Toten und Hunderten Erkrankten könnte im vergangenen Jahr von einem Eierproduzenten in Niederbayern verursacht worden sein. Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat Ermittlungen gegen die Firma Bayern-Ei aus Aiterhofen aufgenommen. «Es wird geprüft, ob die Firma gefährliche Lebensmittel in den Verkehr gebracht hat», sagte Oberstaatsanwalt Theo Ziegler am Donnerstag. Er bestätigte entsprechende Berichte des Bayerischen Rundfunks und der «Süddeutschen Zeitung». Wenn sich der Verdacht erhärte, würden die Ermittlungen auf fahrlässige Tötung ausgeweitet, erläuterte Ziegler.

Laut dem BR- und SZ-Bericht gingen im Juli 2014 Salmonellose-Warnungen aus dem Ausland beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein. Die Behörden sollen zögerlich reagiert haben. Proben seien teilweise erst nach mehreren Wochen an die zuständigen Labore geschickt worden. Mutmaßlich verseuchte Eier sollen zunächst nicht zurückgerufen worden sein.

Auch Luxemburg betroffen

Im vergangenen Sommer waren demnach in Luxemburg, Deutschland, Großbritannien, Österreich und Frankreich hunderte Menschen an Salmonellose erkrankt, mindestens zwei Männer starben. Dem Bericht zufolge sehen die Behörden in Großbritannien und Österreich eine direkte Verbindung von jeweils einem Todesfall zu der Firma. Dabei beriefen sich die Ermittler auf eine Rekonstruktion der Lieferwege «und eine Art genetischer Fingerabdruck der Bakterien». Dieser sei nahezu identisch mit den Proben, die bei Bayern Ei genommen wurden.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg habe Ermittlungen gegen den Eierproduzenten eingeleitet. Tierschützer beklagten die mangelhaften hygienischen Zustände in einem Stall des Unternehmens. Auf heimlich gedrehten Videoaufnahmen waren dem Bericht zufolge «zerrupfte Hühner, dazu Dreck, sterbende Hennen – und immer wieder Tierkadaver» zu sehen. Der Geschäftsführer wollte sich auf Anfragen von SZ und Bayrischem Rundfunk nicht zu den Vorwürfen äußern.

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