Als der 20. Wämper Triathlon am Sonntag um 15.00 Uhr gestartet wurde, hatten sich 285 Triathleten am „Wämper Séi“ eingefunden, darunter 30 Frauen. Beides waren Rekordzahlen. Bei Wassertemperaturen von 20,2 Grad Celsius wurde das Rennen ohne Neoprenanzug in Angriff genommen, was nicht überall auf Wohlgefallen stieß. Bevorteilt waren auf jeden Fall die guten Schwimmer. Allen voran der vom Organisator erkorene Favorit, Stefan Zachäus. Aber auch Titelverteidiger Neil Peters und seine Herausforderer Joé Miller, Bob Haller und Yannick Lieners.
Nach zwei Schwimmrunden (1.500 m) staunten die Zuschauer aber nicht schlecht, als nur ein Trio vorneweg aus den Gewässern stieg: Miller vor Zachäus und Peters. Haller folgte zwar auf Platz 4, lag aber bereits 43″ im Hintertreffen. Das führende Trio ging denn auch gemeinsam auf die vier Radrunden (40 km), Haller fuhr im Gefolge des Belgiers Erwin Vanderplancke hinterher. Als 8. im Schwimmen lag Lieners weitere 52″ auf Haller zurück.
Mit dieser Konstellation hätte man davon ausgehen können, dass das Rennen und die Meisterschaft vorzeitig entschieden wären. Waren sie aber nicht. Vorne brach Miller ein und die beiden Verbliebenen an der Spitze, Peters und Zachäus, konnten dem Druck der Verfolger (Haller und Vanderplancke) nicht standhalten und wurden nach der Hälfte der Distanz eingefangen. Hinter dem Führungsquartett hatte sich nach und nach eine elfköpfige Verfolgergruppe gebildet, die vom Beleser Lieners angeführt wurde und der auch dessen Klubkamerad Philippe Lamberty angehörte.
Verrücktes Rennen
Dieses Peloton konnte den Abstand aber nicht verkürzen, im Gegenteil wuchs der Abstand bis zum Wechsel auf den 10-km-Lauf auf 4’36» an. Mit diesem Rückstand war Yannick Lieners aus dem Titelkampf raus. Genau wie Joé Miller, der vierte Kandidat eines Favoritenquartetts, der einsam zwischen diesen beiden Gruppen (3’41» Rückstand) pedalierte.
Die Titelfrage musste also zwischen Peters und Haller geklärt werden, mit der Zusatzfrage, ob Haller bei seinem Husarenritt auf dem Rad nicht zu viele Körner gelassen hatte. – Hatte er nicht, der X3M-Athlet konnte den Titelverteidiger schnell distanzieren und hatte die Meisterschaft quasi nach wenigen Laufkilometern gewonnen.
Aus dem Dreikampf um den Schlusserfolg wurde schnell ein Zweikampf, Topfavorit Stefan Zachäus musste seine Kontrahenten ziehen lassen und wies zu Beginn der dritten und letzten Laufrunde bereits 70″ Rückstand auf. Als Bob Haller dann auch noch 2 km vor der Zielankunft Vanderplancke abschütteln konnte, war dem 22-Jährigen der zweite Sieg nach 2012 in Weiswampach nicht zu nehmen. Wobei die luxemburgischen Siege beim „Wämper Triathlon“ an einer Hand abgezählt sind. Ganz hart traf es im Meisterschaftrennen Joé Miller, der im Kampf um Bronze von Yannick Lieners abgefangen wurde. Schade war nur, dass das Rennen mit einem heftigen Regenguss beendet wurde.
Joke Coysman holt Gold
Noch verrückter war der Verlauf des Frauenrennens, wo die Deutsche Lea Mergener lange wie die sichere Siegerin aussah, als sie das Schwimmen mit 8″ Vorsprung auf ein Duo abschloss. Diesem Duo gehörte Sophie Margue an, die aber auf der ersten Laufrunde aufgab: „Ich kam aus einer Verletzung und spürte schnell, dass es keinen Sinn hatte.“
Mergener versuchte auf dem Rad allen davonzufahren. Allen voran Mitfavoritin Jil Gloesner, die nach dem Schwimmen fast 2′ zurücklag. Beide hatten die Rechnung aber ohne Joke Coysman gemacht, die Belgierin holte 2005 und 2006 schon einmal Bronze in Weiswampach. Am Sonntag sollte es zu Gold reichen, denn nach Platz 6 im Schwimmen (über 2′ Rückstand) fuhr sie auf der Radstrecke an der Konkurrenz vorbei und ging mit 49″ Vorsprung auf Mergener auf den 10-km-Lauf.
Gloesener konnte die Deutsche ebenfalls überholen und verteidigte ihren zweiten Platz bis ins Ziel.
Zu Demaart
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