Der ehemalige Euro-Krisenstaat Irland könnte dieses Jahr seine Wachstumserwartungen erneut übertreffen. Es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei sieben Prozent oder mehr liege, sagte der für öffentliche Ausgaben zuständige Minister Brendan Howlin am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.
Die offizielle Schätzung der Regierung in Dublin liegt bei 6,2 Prozent. Auch mit der vorsichtigeren Annahme würde die irische Wirtschaft wie schon 2014 das stärkste Wachstum in ganz Europa schaffen. «Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich eine Wirtschaft, die so tief gefallen ist wie unsere, auf beinahe spektakuläre Weise erholt», sagte Howlin.
Ehemaliger Euro-Krisenstaat
Ökonomen hatten die irische Regierung zuletzt dafür kritisiert, dass sie die geplanten Ausgaben in diesem Jahr um 1,5 Milliarden Euro erhöhte, nachdem auch mehr Unternehmenssteuern eingegangen waren. Die Warnungen der Kritiker, die Ausgaben zu begrenzen, um bei einem Einbruch des Wachstums mehr Schulden zurückzahlen zu können, seien «über-vorsichtig», sagte Howlin.
Irland gilt als Musterschüler unter den ehemaligen Euro-Krisenstaaten. Die «grüne Insel» stand wegen massiver Probleme der Banken für einige Jahre unter dem Euro-Rettungsschirm, finanziert sich inzwischen aber wieder selbstständig über den Kapitalmarkt.
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