Ein nach der Abschaffung der Wehrpflicht in Frankreich eingeführter Tag der Landesverteidigung und des Staatsbürgers könnte ausgeweitet werden. Frankreichs Staatschef François Hollande sagte am Montagabend in Paris, die Regierung solle eine Verlängerung dieses Pflichttermins für junge Franzosen auf bis zu eine Woche prüfen. Damit solle die Veranstaltung «angereichert» werden.
Der Tag der Landesverteidigung und des Staatsbürgers war nach der Abschaffung der Wehrpflicht im Jahr 1997 eingeführt worden. Jeder Franzose und auch jede Französin im Alter zwischen 16 und 18 Jahren muss an dieser vom Verteidigungsministerium organisierten Veranstaltung teilnehmen, bei der die Arbeit der Streitkräfte vorgestellt wird, die Pflichten und Rechte von Staatsbürgern erläutert werden und eine Einführung in die Erste Hilfe gegeben wird.
Seit den Anschlägen auf die Satirezeitung «Charlie Hebdo» und einen jüdischen Supermarkt in Paris vor einem Jahr bemüht sich die französische Regierung verstärkt, die Werte der französischen Republik an Jugendliche zu vermitteln. Die Regierung will damit einer Radikalisierung von Jugendlichen insbesondere in den Problemvorstädten des Landes entgegenwirken, aus denen auch die Angreifer vom Januar 2015 kamen.
Hollande kündigte auch an, die Finanzmittel für den freiwilligen Zivildienst in Frankreich kräftig aufzustocken: Das Budget solle von derzeit 300 Millionen Euro auf «mehr als eine Milliarde Euro im Jahr 2018» erhöht werden. Künftig sollten jährlich 350.000 Jugendliche und junge Erwachsene einen solchen freiwilligen Zivildienst absolvieren – derzeit sind es nur knapp 70.000.
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