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Des Vaters kluger Kopf

Des Vaters kluger Kopf
(Christophe Morin)

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Aditya Mittal, Sohn des Stahlmagnaten Lakshmi Mittal, feiert heute Geburtstag. Er wird 40 Jahre alt.

Am 22. Januar 1976 in Indien geboren, wuchs Mittal junior in Indonesien auf. Er ging in Djakarta zur American International High School. Aditya Mittal besitzt einen Bachelor Abschluss der Wharton der School der Universität von Pennsylvania in den USA, den er 1996 mit „magna cum Laude“ erwarb. Die Spezialisierung während seines Studiums auf die Bereiche Strategisches Management und Unternehmensfinanzen bereiteten ihn gezielt auf das vor, was er später beruflich tun sollte. Nach dem Studium arbeitete er ein Jahr bei Credit Suisse First Boston im Bereich Fusionen und Übernahmen, bevor er 1997 mit 21 Jahren in das Familienunternehmen Mittal Steel eintrat.

Aditya Mittal, den sein Vater in Gesprächen „Adit“ nennt, wurde nur zwei Jahre später Leiter des Unternehmensbereiches „Übernahmen und Fusionen“. Sein Vater vertraute dem 23Jährigen damit die Entwicklung des Familienunternehmens an. Seinen 30. Geburtstag feierte er mitten in der Übernahme-Auseinandersetzung zwischen Mittal Steel und Arcelor. Diese Fusion, die er aus dem Hintergrund leitete, trug dem Unternehmen mit „ArcelorMittal“ nicht nur einen neuen Namen, sondern auch eine neue – weltweite – Dimension ein.

An seinem 40. Geburtstag hat Aditya Mittal zahlreiche strategische Positionen auf sich vereint. Er ist der Finanzchef des Konzerns ArcelorMittal. Er ist verantwortlich für die wichtigste Sparte – Flachstahl. Er ist Vorstandsvorsitzender von ArcelorMittal Europa und verantwortet die Bereiche Strategie, Investor Relations und Kommunikation. Mit 40 ist Aditya Mittal die Schaltstelle im Tagesgeschäft des Konzerns. „Ich bin in die Schule meines Vaters gegangen. Er war mein bester Lehrer“, sagt er zu der Karriere, die er gemacht hat.

Tatsächlich ist der Weltkonzern in Sachen Stahl und Erzbergbau ein Familienunternehmen, an dessen Spitze Vater und Sohn stehen. ArcelorMittal ist daher im internationalen Finanz- und Börsengeschehen eine Ausnahme. Es gibt sonst kein Familienunternehmen mehr mit dieser Bedeutung, das von Vater und Sohn gesteuert wird. Bemerkenswert ist dabei die intuitive Feinabstimmung zwischen beiden. Sprang bei Pressekonferenzen und bei den Jahresversammlungen der Aktionäre der Vater zu Anfang noch in die Bresche, wenn es heikel wurde, so hat sich das gegeben. Insbesondere bei der Beantwortung von Aktionärsfragen aber zeigt sich ein Unterschied. Aditya Mittal antwortet kühler, fachlicher. Vater Mittal wirkt konzilianter. Mit dem 40. Geburtstag wird Aditya Mittal erwachsen. Er gehört nun nicht mehr zu der Nachwuchsliste „40 under 40“ des Forbes Magazins.

In einem der wenigen Gespräche in denen Aditya Mittal den Schleier vor dem Familienleben wegzog, erzählte er, dass er seine Frau während des Studiums in der Wharton School kennengelernt habe, sich auf den ersten Blick in sie verliebt habe, sie ihn aber gar nicht gemocht habe. Zwei Jahre, so seine Erzählung in einem Gespräch mit der Londoner Zeitung Telegraph zum 30. Geburtstag, habe er um seine Frau Meghan geworben. Aditya und Meghan Mittal gehören zu den großen Sponsoren der Londoner Gesellschaft. Dem 1853 gegründeten Krankenhaus „Great Ormond Street Hospital“ wurde mit einer 15 Millionen Pfund Sterling das „Mittal Zentrum für Kinderheilkunde“ angefügt. Es war die größte Spende, die das Krankenhaus je erhalten hatte. Der Konzern hat diese Spenden-Mentalität verinnerlicht. In Luxemburg fördert er Projekte der Stiftung krebskranker Kinder, in Brasilien betreibt er Kindergärten und Förderschulen. Der Kunst verbunden zeigte sich Aditya Mittal als Förderer unter anderem des Old Vic Theatre, als Oscar Preisträger Kevin Stacey dort Direktor war.

Was ist seine Lebensphilosophie? „Wir glauben an uns. Das hat nichts mit Geld oder Ego zu tun. Wir wollen etwas schaffen, das den Test der Zeit übersteht. Wir glauben an das Unternehmen“. Damals befand er sich mitten in der Fusion mit Arcelor. Das Überleben in der Zeit ist seitdem zu einer harten Arbeit geworden.