Neu entdeckte Dokumente sollen eine Spionagetätigkeit des früheren polnischen Präsidenten und Chefs der Gewerkschaft Solidarnosc, Lech Walesa, für den kommunistischen Geheimdienst belegen. Es sei «eine handschriftliche Zusage zur Zusammenarbeit» entdeckt worden, unterschrieben mit «Lech Walesa» und dem Tarnnamen «Bolek», teilte der Chef des polnischen Instituts für Nationales Gedenken (IPN), Lukasz Kaminski, am Donnerstag mit. Auch lägen Quittungen über Honorarzahlungen vor.
Walesa, der sich derzeit im Ausland aufhält, wies die Anschuldigungen umgehend zurück. «Es können keine von mir stammenden Dokumente vorliegen», erklärte er. Er werde sich juristisch gegen die neuerlich erhobenen Vorwürfe wehren. Bereits früher war dem Friedensnobelpreisträger in zwei IPN-Büchern vorgeworfen worden, in den 70er Jahren Werftkollegen für die kommunistische Geheimpolizei SB bespitzelt zu haben.
Immer im Klinch mit den Kaczynskis
Ein Sondergericht sprach Walesa aber vor mehr als 15 Jahren von allen Spitzelvorwürfen frei. Im Jahr 2008 warf der später bei einem Flugzeugabsturz gestorbene Präsident Lech Kaczynski Walesa persönlich Spionage vor. Nach der Parlamentswahl vom vergangenen Oktober regiert in Warschau wieder die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), geführt von seinem Bruder Jaroslaw Kaczynski.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können