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Der «unglaublich glückliche» Autor

Der «unglaublich glückliche» Autor
(Kiko Huesca)

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Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa wird kommenden Montag 80.

Im Herbst des Lebens fühlt sich Mario Vargas Llosa noch mal so richtig jung. Er sei «unglaublich glücklich» verkündet er in Zeitungsinterviews, und auf manche, die ihn kennen, wirkt der Literaturnobelpreisträger wie ein verliebter Teenager. Grund ist eine neue Liebe, für die der Peruaner, der auch spanischer Staatsbürger ist, nach 50 Jahren Ehe seine Frau verlassen hat. Zugleich sprüht Don Mario vor Schaffensdrang und hat soeben in Madrid seinen neuesten Roman vorgestellt. Am nächsten Montag wird der ergraute Weltbürger 80 Jahre alt.

Seit seiner Liaison mit Isabel Preysler (65) – schillernde Society-Königin, Ex-Frau des Sängers Julio Iglesias und Witwe des früheren spanischen Wirtschaftsministers Miguel Boyer – hat Vargas Llosa in seiner Wahlheimat Madrid die Paparazzi am Hals. Da passt es eigentlich, dass sein neuer Roman «Cinco Esquinas» von den Machenschaften der Boulevardpresse handelt. Im neuen Roman, der im Oktober unter dem deutschen Titel «Die Enthüllung» bei Suhrkamp erscheinen wird, geht es wieder nach Peru. Dort wurde Vargas Llosa 1936 in der Stadt Arequipa geboren.

Leben in Europa

Schon in den frühen Schaffensjahren lebte der Literat die meiste Zeit in Europa. Der Weg hinaus in die Welt hatte mit einem donnernden Familienkrach begonnen: 1955 heiratete er im zarten Alter von 19 Jahren seine zehn Jahre ältere angeheiratete Tante Julia Urquidi (1926-2010). Vor der tobenden Verwandtschaft verzogen sich die beiden nach Übersee, erst nach Madrid, dann nach Paris, wo die Ehe 1964 zerbrach. Mario heiratete ein Jahr später seine Cousine Patricia Llosa, Nichte seiner ersten Frau. Mit ihr hat er drei Kinder.

Die Werke des Großschriftstellers erfassten mit den Jahren ein immer breiteres Spektrum, auch wenn die meisten Kritiker meinen, dass seine frühen Bücher die besten waren. Ein großer Erfolg der späten Jahre wurde «Das Fest des Ziegenbocks» (2001) der Roman über Leben und Tod des dominikanischen Diktators Rafael Leónidas Trujillo. Im Herbst 2010 zeichnete die Schwedische Akademie Vargas Llosa mit dem Litaraturnobelpreis aus.

Politischer Schriftsteller

Der Peruaner versteht sich als politischer Schriftsteller, der gerne öffentlich Stellung bezieht. Er hat sich obendrein auch selber mal als Politiker versucht. 1990 wollte er in Peru Präsident werden. Er zog in den Wahlkampf, hielt wunderschöne Reden, die seine Freunde begeisterten, von der einfachen Landbevölkerung aber nicht verstanden wurden. Am Ende siegte der Außenseiter Alberto Fujimori.

Rente mit 80 ist für den Meister kein Thema. «Ich kann mir kein Leben vorstellen, ohne zu schreiben», sagte Vargas Llosa der «La Nación». Deshalb will er sozusagen bis zum letzten Seufzer weiterschreiben. «Der Tod soll mich erwischen, während ich mein bestes Buch schreibe», sagte der der spanischen Zeitung «El País».