Ägyptens Ex-Präsident Mohammed Mursi ist erneut zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Er wurde nach Angaben eines im Gericht anwesenden AFP-Reporters am Samstag für schuldig befunden, eine «illegale Organisation» angeführt zu haben.
In dem Prozess ging es um mutmaßliche Spionage für Katar, bei der Mursi und zehn weitere Angeklagte «Staatsgeheimnisse» verraten haben sollen. Mursi war nach dem Sturz des langjährigen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak der erste demokratisch gewählte Präsident Ägyptens. 2013 wurde er vom Militär entmachtet. Nach Mursis Absetzung kam der heutige Staatschef al-Sisi an die Macht, der beim Sturz Mursis Armeechef war.
Keine Spionage
Die neuen Herrscher gingen massiv gegen Mursi und die ihm nahestehenden Muslimbrüder vor. Mursi wurde in drei anderen Prozessen bereits einmal zum Tode, einmal zu lebenslang und einmal zu 20 Jahren Haft verurteilt. In dem Urteilsspruch vom Samstag wurde der Ex-Präsident vom ausdrücklichen Anklagepunkt der Spionage freigesprochen, weshalb er nicht zum Tode verurteilt wurde. Gegen sechs der Spionage schuldig befundene Mitangeklagte wurde dagegen die Todesstrafe verhängt.
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