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Israels Armee erschießt Teenager

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Israels Armee erschießt einen vermutlich unbeteiligten Passanten nach Steinwürfen. Vier weitere junge Palästinenser werden zum Teil schwer verletzt.

Israelische Soldaten haben in der Nacht zum Dienstag nach Steinwürfen auf einer Autobahn womöglich auf eine Gruppe unbeteiligter Palästinenser geschossen und dabei einen Jugendlichen getötet und vier weitere zum Teil schwer verletzt. Dies teilte die Armee nach ersten Untersuchungen mit.

Zuvor waren auf einer Autobahn bei Angriffen auf vorbeifahrende Autos zwei Ausländer und ein Israeli verletzt worden. Bei dem Vorfall wurden auch Brandflaschen geworfen und Öl auf die Fahrbahn geschüttet. Er ereignete sich nahe der Ortschaft Beit Sira auf der Autobahn 443, die Tel Aviv mit Jerusalem verbindet und dabei zum Teil das Territorium des palästinensischen Westjordanlands durchschneidet. Die Straße wird hauptsächlich von Israelis benutzt, Palästinenser sehen sie als Teil einer illegalen Landnahme.

In Menschengruppe geschossen

Die Armee berichtete zunächst, die Soldaten hätten das Feuer auf die Steinewerfer eröffnet, um die nachfolgenden Fahrzeuge «vor einer unmittelbaren Gefahr zu schützen». Einige Stunden später erklärte eine Sprecherin: «Unsere Ermittlungen ergaben bisher, dass bei der Verfolgung der Täter offenbar unbeteiligte Passanten von Schüssen getroffen wurden.» Auf die Frage, ob dies auch den Getöteten betreffe, sagte sie AFP: «Es geht um den Toten und die vier Verletzten. Die näheren Umstände werden weiter untersucht».

Nach Angaben der amtlichen palästinensischen Agentur Wafa handelt es sich bei dem Toten um einen 15-jährigen Palästinenser, der in der Nähe wohnt. Im muslimischen Ramadan sind nach dem abendlichen Fastenbrechen oft viele Menschen bis tief in die Nacht in Gruppen unterwegs.

Wohnhaus der Hinterbliebenen eines Attentäters zerstört

Zugleich wurde in der Nacht zum Dienstag im besetzten Westjordanland das Wohnhaus der Hinterbliebenen eines palästinensischen Attentäters zerstört. Dieser hatte am 8. März während des Besuchs des US-Vizepräsidenten Joe Biden in Tel Aviv in unmittelbarer Nähe einen 29-jährigen Touristen aus dem US-Bundesstaat Texas getötet und zehn weitere Menschen verletzt, bevor er selbst erschossen wurde.

Das Haus des Mannes sei «in Einklang mit den Anordnungen der Regierung» eingerissen worden, erklärte die Armee. Mit dem Strafabriss von Häusern oder der Zerstörung von Wohnungen wollen die israelischen Behörden potenzielle Attentäter abschrecken. Die Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen wird aber im In- und Ausland angezweifelt, weil sie die Familien der Täter kollektiv bestrafen und eher neue Gewalt provozieren könnten.

Völliger Stillstand bei Friedensbemühungen

Bei den Friedensbemühungen im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern herrscht seit April 2014 völliger Stillstand. Immer wieder kommt es zu Gewaltausbrüchen. Die Außenminister der Europäischen Union unterstützten am Montag bei einem Treffen in Luxemburg die französische Initiative zur Wiederbelebung von Friedensgesprächen. Dazu soll noch dieses Jahr eine internationale Konferenz einberufen werden, die den Rahmen für direkte Gespräche zwischen den beiden Konfliktparteien bilden soll. Israel steht dem Vorhaben skeptisch gegenüber. Lokalen Medienberichten zufolge will Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag in Rom mit US-Außenminister John Kerry zusammentreffen, um mögliche Alternativen zur französischen Initiative zu erörtern.