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Feste in aller WeltSo feiern orthodoxe Christen am Ural

Feste in aller Welt / So feiern orthodoxe Christen am Ural
Snegurotschka ist die Enkelin von Väterchen Frost, die dabei hilft, die Geschenke zu verteilen Foto: FreePik

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In vielen Ländern wird die Weihnachtszeit und das Neujahr anders gefeiert als bei uns. Viele orthodoxe Länder in Osteuropa und Russland feiern Weihnachten erst Anfang Januar. Dort gibt es keinen Weihnachtsmann und Geschenke erst an Silvester. Pierre Bellion erklärt, wie Weihnachten und Neujahr in diesen Ländern gefeiert werden, und stellt Ihnen ein leckeres Rezept zum Selbermachen vor.

Alte Traditionen

In Russland ist Weihnachten das zweitwichtigste religiöse Fest nach Ostern. Nach der Oktoberrevolution 1917 durfte man Weihnachten, wie viele andere religiöse Feste, nicht mehr feiern. Viele Traditionen und Bräuche gingen verloren. 1991 wurde der Feiertag in Russland wieder offiziell eingeführt; knapp die Hälfte der Menschen feiern Weihnachten am 7. Januar. Warum Weihnachten im Januar? Da sich beim Weihnachtsfest an dem alten julianischen Kalender orientiert wird, den der römische Kaiser Julius Cäsar vor mehr als 2.000 Jahren eingeführt hat, wird in Russland eben Weihnachten viel später als bei uns gefeiert.

Erst viel später, Ende des 16. Jahrhunderts, reformierte Papst Gregor XIII. diesen Kalender, der heutzutage als „Gregorianischer Kalender“ bezeichnet wird und nach dem sich fast die ganze Welt richtet. Vom 28. November bis 6. Januar dauert die strenge Fastenzeit, die heutzutage nur von sehr gläubigen orthodoxen Christen eingehalten wird. In dieser Fastenzeit geht es nicht um eine Diät, sondern um Enthaltsamkeit in allen Lebensbereichen. Während dieser Zeit sollte man nicht sündigen, nichts Böses tun und anderen verzeihen. Nicht zufällig fällt das Weihnachtsfasten auf die Zeit nach der Ernte. Früher bedankte man sich damit bei Gott für die Getreide- und Obsternte und lernte, behutsam mit der Nahrung umzugehen.

An Heiligabend gibt es keine Geschenke mehr, dort gehen die Menschen in die Kirche und feiern danach weiter im Familienkreis. 

Der russische Weihnachtsmann heißt „Ded Moroz“ (Väterchen Frost). Er ist ein mächtiger Zauberer, der über den Winter herrscht.
Der russische Weihnachtsmann heißt „Ded Moroz“ (Väterchen Frost). Er ist ein mächtiger Zauberer, der über den Winter herrscht.  Foto: FreePik

So wird heute gefeiert

Heutzutage wird Neujahr wie Weihnachten gefeiert. Der russische Weihnachtsmann heißt „Ded Moroz“ (Väterchen Frost) und er ist ein mächtiger Zauberer, der über den Winter herrscht. Dieser wird von seiner Enkelin „Snegurotschka“ begleitet, das übersetzt „Schneeflöckchen“ bedeutet.

Sie hilft Väterchen Frost, die Geschenke in der Silvesternacht zu verteilen. Beide kommen aus dem Wald, wo sie mit ihren Tieren zusammenleben. Deshalb feiern die Kinder als Waldbewohner verkleidet Neujahr vor dem 31. Dezember in der Schule. Die Verkleidungen werden selbst gebastelt und genäht. Vom 31. Dezember bis 8. Januar wird in Russland Neujahr gefeiert, an diesen neun Tagen haben alle Einwohner frei.

An Neujahr kommen die Familien zusammen und schlemmen unter dem geschmückten Neujahrsbaum. Traditionell gibt es leckere gefüllte Teigtaschen, die Pelmeni heißen, und je nach Region werden auch Manti gegessen. Manti sehen ähnlich aus wie Pelmeni, werden aber gedämpft und nicht gekocht.

Um Mitternacht kommt Väterchen Frost, dann dürfen die Geschenke, die unter dem Neujahrsbaum liegen, geöffnet werden. Wie bei uns auch, erhellt ein Feuerwerk die Silvesternacht.

Mit dem Mehl eine Vertiefung formen und Wasser, Ei und Salz dazugeben – die Zubereitung der „Pelmeni“ gelingt leicht
Mit dem Mehl eine Vertiefung formen und Wasser, Ei und Salz dazugeben – die Zubereitung der „Pelmeni“ gelingt leicht Foto: FreePik

Russische Teigtaschen zum Selbermachen

„Pelmeni“ sind ursprünglich aus Russland stammende, in Wasser oder Brühe gekochte und mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, die man entweder als Suppeneinlage oder als Hauptgericht isst. Heute zählen sie zu den russischen Nationalgerichten und sind in allen Teilen des Landes bekannt.

Schritt 1: der Teig

400 g Mehl
2 Eier
150 ml Wasser
½ Teelöffel Salz

Mehl in eine Rührschüssel geben, eine Vertiefung formen und Wasser, Ei und Salz dazugeben. Das Ganze zu einem festen Teig kneten (Nudelteig), mit einem Tuch abdecken und 20-30 Minuten ruhen lassen.

Schritt 2: die Füllung

400 g Hackfleisch, gemischtes
50 g Butter
3 Esslöffel Sahne
2 Zwiebeln
Prise Salz, schwarzer Pfeffer und Knoblauch (nach Bedarf)

Das Fleisch mit kleingehackten Zwiebeln, Butter, Sahne, Pfeffer und Gewürzen vermengen

Schritt 3: das Zusammensetzen

Den Teig zu einem Strang (1,5-2 cm) rollen und etwa 1-1,5 cm dicke Stücke abschneiden. Aus diesen Teilen Plätzchen ausrollen. Man kann den Teig auch bis zu einer Dicke von ca. 2 mm ausrollen und dann mit einem Glas runde Stücke ausschneiden.
Mithilfe eines Löffels die Fleischmasse auf die Teilblättchen legen, das Fleisch im Teig einschließen und die Ränder zusammendrücken.


Schritt 4: die Teigtaschen kochen

Die „Pelmeni“ in kochendes Salzwasser oder Brühe geben. Nachdem das Wasser wieder aufkocht und die Teigtaschen an der Oberfläche schwimmen, noch ca. 2-3 Minuten darin ziehen lassen.

Jetzt das Wasser abgießen. Die „Pelmeni“ in eine Schüssel geben und mit Butterflocken bedecken. Wenn Sie eine Sauce zu den russischen Teigtaschen reichen möchten, bietet sich diese Schmandsoße dazu an.

Schritt 5: die Se

2 Becher Schmand
3 Esslöffel Weißweinessig
1 Teelöffel Salz
1 Esslöffel Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Zwiebeln und/oder Knoblauch
(Wer etwas Schärfe mag, fügt Chilipulver hinzu)
Eine Prise Zucker und Pfeffer

Alle Zutaten miteinander verrühren und abschmecken. Die Soße passt perfekt zu russischen „Pelmeni“.

„Pelmeni“ sind ursprünglich aus Russland stammende, in Wasser oder Brühe gekochte und mit Fleisch gefüllte Teigtaschen
„Pelmeni“ sind ursprünglich aus Russland stammende, in Wasser oder Brühe gekochte und mit Fleisch gefüllte Teigtaschen Foto: FreePik