Freitag30. Januar 2026

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Männer und Frauen anders verdrahtet

Männer und Frauen anders verdrahtet

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Männer können besser einparken, Frauen sich besser einfühlen - nur ein Klischee? Untersuchungen zeigen, dass die Hirnzellen von Männern und Frauen nicht auf gleiche Weise Kontakt untereinander pflegen.

Die Gehirne von Männern und Frauen sind unterschiedlich verdrahtet. Während es in weiten Teilen des Gehirns bei Frauen besonders viele Kontakte zwischen den beiden Hirnhälften gibt, bestehen bei Männern mehr Verknüpfungen innerhalb der Gehirnhälften, berichten US-Forscher in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften. Die anatomischen Unterschiede könnten die oft beschriebenen unterschiedlichen Eigenschaften von Männern und Frauen erklären. So könnten Männer dank ihrer Hirnarchitektur ihre Wahrnehmungen besser in koordinierte Handlungen umsetzen; Frauen hingegen besser analytische und intuitive Informationen miteinander verbinden.

Die Forscher um Madhura Ingalhalikar von der University of Pennsylvania in Philadelphia hatten die Verbindungen innerhalb des Gehirns mit einem Verfahren untersucht, das Diffusions-Tensor-Bildgebung genannt wird. Dabei können über die Bewegungen von Wassermolekülen Rückschlüsse auf den Verlauf der Nervenfasern gezogen werden. Sie wendeten das Verfahren bei fast tausend Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 8 und 22 Jahren an. Für die Auswertung unterteilten die Forscher das Gehirn in 95 Unterbereiche.

Hirnhälften

Die Untersuchung ergab, dass männliche Gehirne offenbar für eine Kommunikation innerhalb der Hirnhälften optimiert sind. So hatten zum Beispiel einzelne Unterbereiche des Gehirns viele Verknüpfungen mit ihren direkten Nachbarbereichen. Es gab also mehr lokale Verbindungen mit kurzer Reichweite. Bei Frauen hingegen fanden die Forscher mehr längere Nervenverbindungen vor allem zwischen den beiden Gehirnhälften. Nur im Kleinhirn war es genau andersherum: Dort gab es bei den Männern viele Verbindungen zwischen den, bei Frauen innerhalb der beiden Hälften. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verstärkten sich im Laufe der Altersentwicklung, zeigte die Untersuchung weiter.

In einer früheren Verhaltensstudie mit noch mehr Probanden hatten die Forscher festgestellt, dass Frauen sich besser Wörter und Gesichter merken können, aufmerksamer sind und ein besseres soziales Erkenntnisvermögen haben als Männer. Diese wiederum könnten räumliche Informationen besser verarbeiten und schnitten in der Bewegungskoordination besser ab. Die beobachteten Unterschiede in der Hirnverknüpfung deckten sich mit diesen Verhaltensweisen, schreiben die Forscher.