Mittwoch28. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Komet «Tschury» müffelt

Komet «Tschury» müffelt

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Rund zehn Jahre war die Raumsonde "Rosetta" durchs All unterwegs. Für den 12. November ist die erste Landung in der Geschichte der Raumfahrt auf einem Kometen geplant. Doch zumindest nach menschlichem Ermessen hat dieser extrem unangenehme Ausdünstungen.

Der Komet «67P/Tschurjumow-Gerassimenko» riecht offenbar ziemlich streng. Wissenschaftler analysierten mit einem in der Schweiz entwickelten Messinstrument in der Raumsonde «Rosetta» die Gashülle um den Kern «Tschurys». Wie aus einer Mitteilung der Universität Bern von Donnerstag hervorgeht, besteht diese Hülle aus mehreren Komponenten: Schwefelwasserstoff sorgt für einen Geruch nach faulen Eiern, Ammoniak riecht nach Pferdestall, hinzu kommt beißendes Formaldehyd.

Dies vermengt sich mit dem schwachen, bittermandelartigen Aroma des giftigen Cyanwasserstoffs, auch bekannt als Blausäure. Hinzu kommt noch Alkohol in Form von Methanol, ergänzt durch das essigähnliche Aroma von Schwefeldioxid sowie einen Hauch des süßlichen Dufts von Schwefelkohlenstoff.

Landung geplant

Für den 12. November ist eine Landung «Rosettas» auf dem Kometen geplant – die erste überhaupt in der Geschichte der Raumfahrt. Die Sonde ist deswegen seit zehn Jahren im All unterwegs. Ihr Zielkomet ähnelt der Form einer Spielzeugente. Der Lander «Philae» soll auf dem Kopf des Himmelkörpers aufsetzen.

Kathrin Altwegg, Leiterin des Rosina-Projekts am Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern, zeigte sich überrascht und erfreut über die Vielfalt der gemessenen Moleküle. Man habe mit deutlich weniger gerechnet, schließlich sei der Komet noch über 400 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. «Je näher der Komet zur Sonne kommt, desto mehr verdampft von seinem Eis, und umso stärker wird seine Ausgasung», sagte sie.

Eine Analyse soll nun zeigen, wie sich die Daten im Vergleich zu anderen Kometen verhalten, deren Bestandteile bislang nur aus der Ferne ermittelt werden konnten. Die Berner Wissenschaftler erhoffen sich davon neue Erkenntnisse vom Sonnennebel, der «Urwolke», aus der unser Sonnensystem entstanden ist.