Wenn man mit einer triefenden Nase und tränenden Augen Auto fährt und gleichzeitig einen Gedächtnistest durchführen muss, beherrscht man das Fahrzeug genauso wie mit 0,5 Promille im Blut. Dies zeigt laut der «Deutschen Ärzte Zeitung» eine Studie der niederländischen Universität Maastricht, bei der Pollenallergiker einen einstündigen Fahrtest absolvierten. Eine Kamera hielt dabei millimetergenau fest, wie stark die Fahrer von der Spur abkamen, wenn sie unter Symptomen litten. Satte 2,35 Zentimeter kamen die von Heuschnupfen geplagten Lenker von der Fahrbahn ab. Hatten sie hingegen ein modernes Allergikum eingenommen, war die Abweichung deutlich geringer.
Dass gewisse Symptome im Straßenverkehr ernste Folgen haben können, zeigten schon einige Unfälle. «Bei schweren Symptomen muss man mit Einschränkungen rechnen, deshalb ist es wichtig, diese mit modernen Medikamenten zu behandeln», so Professor Thomas Krämer, Leiter der Abteilung Forensische Pharmakologie und Toxikologie am Institut für Rechtsmedizin der Uni Zürich.
Ablenkung
Nicht jeder kleine Nieser bewirkt, dass der Lenker die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert. Trotzdem kann man bei einer Niesattacke nicht ausschließen, dass die Aufmerksamkeit nicht 100 Prozent gewährleistet ist. Dies bestätigt auch Krämer. Zudem schließt man beim Niesen meist unwillkürlich die Augen und kann dadurch im schlimmsten Fall während einigen Sekunden nicht auf die Straße schauen. Ist man dabei mit 100 Kilometern pro Stunde unterwegs, kann dies schlimme Folgen haben.
Allergie-Berater warnen, man solle die Heuschnupfen-Symptome – sei es eine triefende Nase, tränende Augen oder Niesen – nicht unterschätzen. Man sollte diese Beschwerden ernst nehmen und vor dem Losfahren unbedingt die eigene Fahrfähigkeit einschätzen. Im Zweifelsfall solle man lieber die Finger vom Autofahren lassen. Allenfalls könnten Medikamente bei der Symptomlinderung helfen. Am besten nimmt man Präparate der neueren Generation. Die machen normalerweise nicht mehr so müde.
Zu Demaart
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