Als wichtigsten Grund machten die Wissenschaftler um den Ökonom Timothy Hatton Fortschritte bei der Krankheitsbekämpfung aus.
«Wichtigste Quelle für das größere Wachstum war ein verbessertes Gesundheitsumfeld», schreibt Hatton in der Studie. «Höhere Einkommen, bessere Bildung und kleinere Familien hatten bescheidenere Effekte.»
15 Länder
Das Forscherteam stützte sich vor allem auf militärische und medizinische Unterlagen über junge Männer aus 15 Ländern Europas. In Nordeuropa gab es die steilste Wachstumskurve zwischen den beiden Weltkriegen. In den südlichen Ländern und Frankreich schossen die Männer erst nach dem zweiten Weltkrieg schneller in die Höhe.
Die niederländischen Männer waren 1980 mit im Schnitt 1,83 Metern die größten Europäer. Am unteren Ende der Wachstumsskala standen die Portugiesen mit 1,73 Metern. Weil es für den Untersuchungszeitrum nur wenige genaue Daten über die Größe von Frauen gibt, konzentrierten sich die Wissenschaftler auf Männer.
Andere Studien haben zutage gebracht, dass die Europäer den Afrikanern, Lateinamerikanern und Südasiaten im vergangenen Jahrhundert über den Kopf gewachsen sind. Als entscheidende Faktoren gelten die Industrialisierung, die Verstädterung, die Entdeckung und Nutzung von Antibiotika und die Ausweitung des Gesundheitssystems.
Zu Demaart
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