In Europa leiden zwischen 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung an einer Entwicklungsstörung, darunter viele Kinder. Eine solche Störung, wie z. B. ADHS, kann den Alltag eines Kindes sowie einer ganzen Familie stark beeinflussen. Die Krankheit ist auch ein Thema bei Familie Carnaro-Trausch. Bei ihrer zwölfjährigen Tochter wurde vor sechs Jahren ADHS diagnostiziert. Lis und Sandro Carnaro-Trausch schildern ihre Erfahrungen.
Tageblatt: Wann haben Sie gemerkt, dass ihre Tochter bestimmte Auffälligkeiten an den Tag legt?
Lis Trausch: Eigentlich haben wir das sehr früh gemerkt, aber uns nicht wirklich etwas dabei gedacht. Schon als Baby war unsere Tochter sehr lärmempfindlich. Selbst hat sie aber unheimlich viel Lärm produziert. Hinzu kommt, dass sie ein Frühchen war. Ich kontaktierte „Hëllef fir de Puppelchen“. Hier erklärte man mir, dass es bei zu früh geborenen Kindern ganz normal sei und sie häufig empfindlicher auf Geräusche reagieren würden, daher seien ihre Reaktionen nicht wirklich besorgniserregend.
Sandro Carnaro: Im Kindergarten wurde es dann aber akuter. Wir merkten, dass sie anders ist als andere Kinder. Auch von der Erzieherin wurden wir angesprochen. Uns kam es so vor, als sei unsere Tochter unreifer im Vergleich zu ihren Mitschülern. Hinzu kam, dass sie regelmäßig zu Wutausbrüchen neigte. Die Lehrerin nahm an, dass unsere Tochter einfach etwas Zeit brauche und sich nicht so schnell entwickele. Wir nahmen das also vorerst so hin.
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