In einer landesweiten Übung haben die britischen Behörden am Samstag einen Ausbruch der Ebola-Epidemie im eigenen Land simuliert. Während der achtstündigen Übung mussten Ärzte, Pfleger und Notdienste an mehreren Orten vermeintliche Ebola-Patienten behandeln, wie das britische Gesundheitsministerium mitteilte.
Im Anschluss sei das Krisenkabinett der Regierung zu einer simulierten Notsitzung zusammengetroffen. «Es ist entscheidend, dass wir unsere Pläne in möglichst realistischen Situationen testen», erklärte das Ministerium.
In Spanien ist man verunsichert
In Madrid wollten am Samstag Gewerkschaften gegen eine ungenügende Ausbildung und Materialversorgung in Spaniens Krankenhäusern demonstrieren. Das medizinische Personal fühlt sich teilweise nicht ausreichend auf Ebola vorbereitet. «Uns fehlt es an nichts», erklärte dagegen Gesundheitsministerin Ana Mato. Anders in Westafrika: In den Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea stieg die Zahl der Ebola-Toten nach Angaben der Weltgesundheitsorganiation (WHO) seit Jahresbeginn auf mehr als 4000 Menschen.
In Deutschland, wo zurzeit mehrere Ebola-Patienten behandelt werden, besteht nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe kein Grund zur Sorge. Es gebe «hervorragend ausgestattete Behandlungszentren», die auf den Umgang mit hoch ansteckenden Krankheiten spezialisiert seien, sagte der CDU-Politiker der «Rheinischen Post» (Samstag). Die Notfallpläne für den Umgang mit Erkrankten würden regelmäßig geübt. In den USA und Spanien hatte es zuletzt auch Ebola-Fälle außerhalb Afrikas gegeben.
Hohe Dunkelziffer
Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind inzwischen weit über 8000 Ebola-Fälle in den drei hauptsächlich von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone registriert, mehr als 4000 Menschen starben. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.
Wie die Zeitung «Welt» (Samstag) unter Berufung auf Diplomatenkreise in Brüssel berichtete, plant die Europäische Union unter dem Dach der WHO eine EU-weit koordinierte Initiative für den medizinischen Abtransport von Ebola-Infizierten aus Westafrika. Ziel sei es, eine Rettungskette für freiwillige Helfer aus Europa aufzubauen.
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