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Die grundlose Angst der Allergiker

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Riesige dicke Quaddeln nach einem Insektenstich: Könnte das eine asiatische Tigermücke oder ein Buschmoskito gewesen sein? Noch sind diese tropischen Plagegeister relativ selten in unseren Gegenden.

Sie sind winzig klein, aber wenn sie zustechen, hinterlassen sie riesige Beulen. Stechmücken nerven nicht nur. Für Allergiker können sie sogar lebensbedrohlich sein. Nun warnen Mediziner vor einer neuen Gefahr: tropische Stechmücken, die sich in Europa ausbreiten. Grund zur Panik besteht allerdings nicht. Oft mache nur die Angst aus der Mücke einen Elefanten, sagen Experten.

Logo" class="infobox_img" />Welche Gefahr geht von exotischen Stechmücken für Allergiker aus? (dpa)

49 Mückenarten gibt es in Deutschland, so genau weiß das die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS). «In den letzten fünf Jahren sind drei bis vier neue dazugekommen», sagt der wissenschaftliche Direktor Norbert Becker. Darunter sind die asiatische Tigermücke und der Buschmoskito. Auch Mückenarten aus dem Mittelmeerraum hat man in West- und Mitteleuropa nachgewiesen.

Verbreitung durch die Globalisierung

Sie würden meist mit Warenlieferungen oder Reisegepäck eingeschleppt. Der – von Laien oft als Ursache vermutete – Klimawandel habe damit nur mittelbar zu tun. Die Globalisierung spielt eine viel wichtigere Rolle als das Klima. Von der asiatischen Tigermücke zum Beispiel gibt es laut KABS nur (eingeschleppte) Einzeltiere. Wenn das Wetter warm und feucht ist, bleiben die Gäste manchmal aber auch länger. Der Buschmoskito zum Beispiel hat sich in Teilen Baden-Württembergs etabliert.

Egal ob einheimische oder neu zugewanderte Tierchen: In Deutschland beobachtet das Allergie-Zentrum Wiesbaden seit Jahren «zunehmend schwere allergische Reaktionen auf Stiche und Bisse von Mücken, Flöhen, Läusen, Bremsen und Ameisen», wie Prof. Ludger Klimek berichtet. Zahlenmäßig sei das aber noch kein größeres Problem. «Mögliche Folgen eines Stiches sind bei Allergikern die Bildung von zentimetergroßen, stark juckenden Hautrötungen und Quaddeln und Hautentzündungen.» Bei schweren Fällen drohe sogar die Gefahr eines lebensbedrohlichen Schocks.

Schwere Reaktionen

Die neu eingewanderten Mücken würden «oftmals besonders schwere Reaktionen verursachen», sagt Klimek. Erschwerend komme hinzu, dass es für Allergien gegen Tropenmücken weder Allergietests noch spezifische Immuntherapien gebe.

Allergie-Spezialisten bestätigen die These, dass tropische Mückenarten in Westeuropa heimisch werden und ein prinzipiell hohes Allergierisiko in sich bergen. Man wisse allerdings nur von «einzelnen Fällen». Wie viele Menschen auf das Gift tropischer Mücken allergisch sind, und welche Tiere welche Symptome auslösen – auf diese Fragen gibt es bislang noch keine Antwort. Es gebe viel zu wenig Zahlen und keine aussagekräftigen Untersuchungen.

Ein Massenphänomen ist es sicher nicht. Auffällig sei Experten zufolge allerdings jedes Jahr, dass von Patienten solche allergischen Reaktionen vermutet werden, die sich dann aber meist schon im Gespräch ausschließen lassen.