Ein Abbauprodukt von Cholesterin fördert möglicherweise die Entstehung und die Metastasierung von Brustkrebs. Zu diesem Schluss kommen US-Forscher rund um Donald McDonnell der Duke University Medical School. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Zeitschrift «Science» veröffentlicht.
Brustkrebs
Weltweit wird bei mehr als 1,3 Millionen Frauen pro Jahr Brustkrebs diagnostiziert, etwa 500 000 Frauen sterben daran. Laut Informationen der Krebsliga erkranken jedes Jahr etwa 5300 Frauen und 30 bis 40 Männer an einem Mammakarzinom. Risikofaktoren sind unter anderem das Alter, die erbliche Veranlagung oder Übergewicht. Auch die weiblichen Hormone spielen häufig eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs. Etwa zwei Drittel der bösartigen Brusttumoren wachsen in Relation zu den Geschlechtshormonen, insbesondere zum Östrogen. So gelangen in der Krebstherapie neben der Standardbehandlung auch Medikamente zum Einsatz, die antihormonell wirken.
Das in den USA entwickelte Medikament Aromasin gehört zur Gruppe der Aromatasehemmer. Bislang wurde das Arzneimittel zur Zusatzbehandlung von Brustkrebs bei Frauen nach den Wechseljahren angewendet. Neuerdings soll es auch zur Prävention eingesetzt werden, allerdings nur bei Frauen mit erhöhtem Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Eine US-Studie hat ergeben, dass die Nebenwirkungen geringer sind als bisher angenommen. Freilich stehen weitere Untersuchungen noch aus.
dapd
Hohe Blutfettwerte können das Risiko für Brustkrebs erhöhen. Das haben Versuche mit Mäusen gezeigt. Zudem wurde gezeigt, dass 27HC die Bildung von Metastasen begünstigen kann. Verantwortlich dafür ist der Stoff 27-Hydroxy-Cholesterol (27HC). «Viele Studien zeigen eine Verbindung zwischen Fettleibigkeit und Brustkrebs und insbesondere, dass erhöhte Cholesterinwerte mit dem Brustkrebsrisiko zusammenhängen, aber bisher wurde kein Mechanismus entdeckt», sagt McDonnell laut einer Mitteilung seines Instituts.
Cholesterin kontrollieren
«Wir haben nun ein Molekül gefunden – nicht Cholesterin selbst, sondern ein gängiges Abbauprodukt namens 27HC –, das das Hormon Östrogen nachahmt und das Wachstum von Brustkrebs antreibt.» Drei Viertel aller Brusttumoren sprechen auf das Sexualhormon an.
«Das ist ein sehr wichtiger Befund», sagt McDonnell. «Weil menschliche Brusttumoren dieses Enzym zur Herstellung von 27HC bilden, stellen sie ein östrogenartiges Molekül her, das das Tumorwachstum fördern kann. Damit haben die Tumoren einen Mechanismus entwickelt, mit dem sie eine andere Treibstoffquelle nutzen können.»
Die Forscher glauben nun, dass eine Kontrolle der Cholesterinwerte das Risiko senken kann. Das heisst: Eine fettarme Ernährung und cholesterinsenkende Medikamente könnten somit helfen, das Brustkrebsrisiko gefährdeter Frauen zu senken, glauben die Forscher. Zudem könnten so die Therapien mit Tamoxifen oder Aromatase-Hemmern positiv beeinflusst werden.
Zu Demaart
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