Die Vermögen von Marina Giori-Swarovski, einer Erbin der österreichischen Swarovski-Kristall-Schmuck-Dynastie, Mark Bamford, jüngster Sohn des Gründers von JCB Service, einem britischen Baggerhersteller, und Gilles Martin, Mehrheitseigner von Eurofins Scientific, einem französischen Unternehmen für Lebensmittelanalytik, haben dieses Jahr jeweils die Marke von einer Milliarde Dollar überschritten, wie aus Daten von Bloomberg News hervorgeht.
Milliardär sein ist Familiensache
„Mehr als 60 Prozent aller Unternehmen in Europa sind Familienunternehmen und ein Drittel der Beschäftigung entfällt auf sie“, sagt Roger Pedder, Präsident des Familienunternehmer-Verbands European Family Businesses (EFB) in Brüssel. „Sie sind in der europäischen Volkswirtschaft das größte Element, über das am wenigsten berichtet wird.“
Unternehmerfamilien sind in den letzten zwölf Monaten mehr als 20 Milliardäre entsprossen, wie der „Bloomberg Billionaires Index“ zeigt. Darunter kommen neun aus den deutschen Familien Quandt und Reimann, zwei aus der italienischen Prada-Dynastie, sieben aus den Familien Hoffmann und Oeri in der Schweiz und drei aus der dänischen Familie Kirk Kristiansen, der Lego A/S gehört.
Der richtige Moment
Ihr Aufstieg erfolgt zu einer Zeit, da sich die europäische Konjunktur erholt, das Aktienbarometer Stoxx Europe 600 Index gut neun Prozent zugelegt hat und der Euro laut Bloomberg Correlation-Weighted Indexes 5,7 Prozent gestiegen ist.
Auf Familienunternehmen entfallen mehr als eine Billion Euro Umsatz und neun Prozent der Wirtschaftsleistung in der Europäischen Union, wie aus der Internetseite von EFB hervorgeht. Die Unternehmen werden oftmals durch Holdinggesellschaften kontrolliert und haben ihren juristischen Sitz im Ausland, etwa auf den Bermudas oder in Luxemburg.
Viele geben Einblick in ihre geschäftlichen Aktivitäten, um dadurch in der Finanzwelt und gegenüber dem Staat zu punkten, sagt Goran Grosskopf. Der schwedische Ökonom hat eine Reihe von Familiendynastien in Europa beraten. Details über die Eigentümerstruktur würden sie aber wohl nicht gerne offenlegen, so Grosskopf. „Die Familien halten diese Art von Information privat, aus Gründen des Wettbewerbs, der Besteuerung und der Sicherheit“, sagt Grosskopf.
Hauptsitz in Luxemburg
Mark Bamford, 62, sitzt im Verwaltungsrat von fünf Tochtergesellschaften von JCB, Europas größtem Baumaschinenhersteller. Der Firmenname des Unternehmens aus dem britischen Rocester geht auf den Gründer, Joseph Cyril Bamford, zurück. Mark Bamford hat nach dem Tod seines Vaters 2001 mindestens 25 Prozent des Konzerns geerbt, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. JCB kam 2012 auf einen Umsatz von 2,7 Milliarden Pfund.
Gilles Martin ist Chef („Président-directeur général“) der börsennotierten Eurofins Scientific Group, eines französischen Unternehmens für Lebensmittelanalytik und andere Analysen, das 2012 seinen Hauptsitz nach Luxemburg verlagerte. Die Familie Martin kontrolliert 43 Prozent der Aktien von Eurofins durch ihre Investmentgesellschaft Analytical Bioventures. Gilles Martin hält 67,5 Prozent an dieser Gesellschaft, wie aus der Datenbank für Unternehmensinformationen Orbis hervorgeht und sein Anteil kommt auf einen Wert von 1,1 Milliarden Dollar.
Gilles Martin gründete Eurofins 1987 in seiner Heimatstadt Nantes. Inzwischen hat Eurofins 14.000 Mitarbeiter und 180 Laborzentren. Gilles und sein Bruder Yves-Loïc, der 30 Prozent an der Familiengesellschaft hält, werden in der Liste der reichsten Personen in Frankreich des Callenges Magazine aufgeführt, mit einem Vermögen von zusammen 1,3 Milliarden Dollar im Juli 2013.
Der Swarovski-Clan
Marina Giori-Swarovski gehören laut Orbis 13 Prozent an dem weltgrößten Hersteller von Kristallglasprodukten, D. Swarovski KG. Sie ist die Schwester von Gernot Langes-Swarovski, dem größten Anteilseigner des Unternehmens, mit 21 Prozent und einem Wert von 1,9 Milliarden Dollar. Giori-Swarovski hält ihre Beteiligung über die Marina Giori Beteiligungs- und Verwaltungs-GmbH mit Sitz in Innsbruck.
Swarovski kam 2012 auf einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro und wird laut Bloomberg-Daten mit neun Milliarden Dollar bewertet. Giori-Swarovski ist die zweite Milliardärin, die aus dem Unternehmen, das mindestens 60 Familienmitgliedern gehört, hervorgegangen ist. Sie ist die Urenkelin des Firmengründers Daniel Swarovski. (Bloomberg)
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