Montag12. Januar 2026

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Voestalpine bangt um Kronzeugenstatus

Voestalpine bangt um Kronzeugenstatus

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Der Stahlkonzern Voestalpine muss einem Pressebericht zufolge um seine Befreiung von einer millionenschweren Strafe wegen Absprachen auf dem deutschen Eisenbahnmarkt bangen.

Anders als bislang dargestellt seien die Ermittlungen gegen das Schienenkartell, an dem Voestalpine beteiligt war, nicht von den Österreichern ausgelöst worden, schreibt das «Handelsblatt» (Montag) mit Verweis auf informierte Kreise. Schon vorher habe es eine anonyme Anzeige eines Ex-Mitarbeiters gegeben.

Hinzu komme, dass es laut Kartellteilnehmern nicht nur bei Schienen Preisabsprachen gegeben haben soll, sondern auch bei Weichen. Erhärte sich dieser Verdacht, dann hätte Voestalpine die Behörden nicht vollumfänglich über den Umfang des Eisenbahnkartells informiert, schreibt die Zeitung. Voestalpine hat dem Bericht zufolge nach eigenen Angaben keine Informationen über Preisabsprachen bei Weichen. Die Bahn lehnte dem Blatt gegenüber einen Kommentar dazu ab.

Kronzeuge

Voestalpine hatte Anfang des Monats erklärt, dass die Ermittlungen der Behörden durch Hinweise des Konzerns in Gang gebracht worden waren. Als Kronzeuge des Bundeskartellamts hofft das Industrieunternehmen auf eine Befreiung von dem drohenden Bußgeld, das sich bei einer Verurteilung auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren könnte.

Voestalpine hatte zusammen mit ThyssenKrupp und anderen Firmen seit mindestens 1998 Preise und Mengen auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen. Geschädigt wurde vor allem die Deutsche Bahn, die mehr als 80 Prozent des deutschen Schienenbedarfs abdeckt.